250 Feuerwehrleute im Gifteinsatz bei Coca-Cola

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Soest - Die Soester Feuerwehr war am Sonntag auf dem ehemaligen Coca-Cola-Werk an der Briloner Straße im Einsatz. Anwohner hatten gegen 12.15 Uhr die Feuerwehr alarmiert, weil sie eine Explosion auf dem Areal gehört hatten. Kurz danach war gelber Rauch von dem Gelände aufgestiegen.

Nach und nach wurde die komplette Soester Feuerwehr alarmiert. Zusätzlich waren Feuerwehrleute aus Werl, Ense, Möhnesee und Wickede im Einsatz. Zu Spitzenzeiten waren 250 Einsatzkräfte am Einsatzort. Die Polizei hatte die Anwohner gebeten, im Umkreis von 500 Metern Fenster und Türen geschlossen zu halten. Gegen 15.30 Uhr wurde diese Warnung aufgehoben.

Bei der giftigen Substanz handelte es sich um Salpetersäure, die zu Reinigungszwecken in einem Fass gelagert war. Vermutlich durch Verunreinigungen mit Phosphor und weiteren Chemikalien in diesem Gefäß war es zu einer heftigen chemischen Reaktion gekommen. Dadurch hatte sich der Druck in dem Behälter soweit erhöht, dass es am Mittag zu der Explosion gekommen war.

Die Feuerwehr erzeugte von der Drehleiter aus einen Wasservorhang, um die weitere Ausbreitung giftiger Dämpfe zu begrenzen.

Straßensperrungen

Rund eine Stunde nach der ersten Alarmierung wurden gegen 13.25 Uhr weitere Rettungskräfte nachalarmiert. Die Ring-Straße sowie weitere Straßen im direkten Umfeld wurden von der Polizei gesperrt.

Giftalarm beim ehemaligen Coca-Cola-Werk in Soest

Soester Veranstaltungen líefen weiter

Stadtlauf und Stoffmarkt in der Soester Innenstadt waren durch das Unglück nicht beeinträchtigt. Im Rathaus hatte sich ein Krisenstab zusammengesetzt. Wie Detlef Märte, Leiter des Ordnungsamtes um 13.50 Uhr erklärte, wehte der Wind zum Glück in die andere Richtung und trage etwaige Giftstoffe in der Luft stadtauswärts. 

Untere Wasserbehörde kontrolliert Abwasser

Bei Luftmessungen an mehreren Stellen im Stadtgebiet konnte keine erhöhte Schadstoffbelastung festgestellt werden. Da das Wasser, dass die Feuerwehr in großen Mengen einsetzte, in die Kanalisation floss, wurden auch die Untere Wasserbehörde und die Kläranlage informiert.

Kreisbrandmeister Thomas Wienecke sagte am Nachmittag, dass die Schadstoffbelastung des ablaufenden Wassers permanent kontrolliert werde. Wegen der enormen Wassermengen sei die Verdünnung aber so groß, dass von dem Abwasser keine Gefahr ausgehe.

Gegen 18 Uhr wurde der Einsatz beendet. Alle Chemikalientanks auf dem Gelände wurden durch die Mitglieder der Feuerwehr überprüft.

Was ist Salpetersäure?

Salpetersäure ist eine klare, farblose Flüssigkeit mit stechendem Geruch und stark ätzend und reizend. Bereits in verdünnter Form verursacht die Säure starke Verätzungen von Haut, Schleimhaut und Augen.

Salptersäure wirde unter anderem zur Herstellung von Düngemitteln, Farbstoffen und Sprengstoffen verwendet.

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