Gremium findet, das Kunstwerk passe nicht ins Umfeld

Wallbeirat gegen "Rednerpult" im Rosengarten

+
Das passt einfach nicht: Für den Wallbeirat gehören das "Rednerpult" und der Wall einfach nicht zusammen.

Soest – Ob sich Manaf Halbounis wohl die Hände reibt? Sein Kunstwerk „Rednerpult“, das der ehemalige Wilhelm-Morgner-Stipendiat im Rosengarten platziert und nicht zuletzt als Statement für die Rede- und Meinungsfreiheit konzipiert hat, bewegt die Soester wie schon lange kein Kunstwerk mehr. Dabei hagelt es viel Kritik, auch am Standort der Betontreppe mit Geländer in der Nachbarschaft des Walls. Diesen Standort moniert jetzt auch der Wallbeirat. 

Das Gremium wurde bekanntlich im Zuge des Wallentwicklungskonzeptes (WEK) berufen und begleitet seitdem die Neugestaltung der einzelnen Wallabschnitte laut Satzung „in denkmalpflegerischen, grünpflegerischen, stadtgestalterischen und verkehrlichen Belangen unter Berücksichtigung des Stadt- und Landschaftsbildes, der städtebaulichen Denkmalpflege, der Nachhaltigkeit, der Generationengerechtigkeit und der Barrierefreiheit“. 

Bei der jüngsten Sitzung des Beirates war die Entwicklung des Rosengartens zwischen Ulricher- und Jakobitor Schwerpunkt der Beratungen, und in dem Zusammenhang auch das dort platzierte „Rednerpult“. Für das Gremium ist die Anlage nämlich ein Ensemble, das es unter baugeschichtlichen und gestalterischen Gesichtspunkten als ein eindrucksvolles Zeugnis der Nachkriegsmoderne sieht.

Der Beirat empfiehlt deshalb auch, bei der Neugestaltung des Rosengartens deutlich behutsamer vorzugehen, als es zunächst eigentlich im Wallentwicklungskonzept vorgesehen war. Ohne eine künstlerische Bewertung des „Rednerpultes“ vorzunehmen, sieht der Beirat diese Installation im Rosengarten als störend an. Sie füge sich eben nicht harmonisch ins Umfeld ein und wird daher kritisch an diesem Standort gesehen. 

Oder anders formuliert: Das „Rednerpult“ kann, geht es nach dem Wallbeirat, ruhig weg.

Linke fordert "Entfernung"

Für die Sitzung des Kulturausschusses am 30. April hat die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Stadtrat, Iris Fenzlein, einen Antrag formuliert, in dem die Entfernung des „Rednerpultes“ von Manaf Halbounis aus dem Rosengarten gefordert wird. Das Kunstwerk sei „dort völlig deplatziert“, die „schöne grüne Wiese des Rosengartens“ würde dadurch „richtig gehend verschandelt“. Und: Auch an einem anderen Ort würde es „wahrscheinlich seine erhoffte Wirkung verfehlen“. Für Fenzlein ist auch klar, warum das so ist: „Der Beton und das Metallgeländer laden mitnichten zu einem Besuch unserer Bürgerinnen und Bürger ein“, schreibt die Linke-Politikerin.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare