Grasdächer auf Soester Schulen sollen Sommer-Hitze ein wenig lindern

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Viele rote Ziegeldächer in der Altstadt: Die Sparkasse neben der Petrikirche immerhin hat sich für eine kleine Grasnarbe entschieden.

Soest - Soest soll noch einen Tick grüner werden – auch wenn man das später von der Straße aus gar nicht sehen kann. Jede Schule und jedes andere städtische Gebäude soll nach Möglichkeit ein Grasdach bekommen – des Klimas wegen.

Im Prinzip könnten auf kurz oder lang alle Bauten von oben grün aussehen, sagt Tobias Trompeter, der Leiter der Zentralen Gebäudewirtschaft. 

Allerdings gebe es drei Einschränkungen: 

  •  Sind die Dächer heute schon mit Solaranlagen bestückt, bleiben sie, wie sie sind; schließlich dient die Stromgewinnung aus Sonne ja auch dem Klimaschutz. Solar-Module auf Schulen sind in Soest die große Ausnahme. 
  • Die Statik muss für den Umbau stimmen. Denn für die Grasdächer wird eine mehr oder minder dicke und tonnenschwere Schicht Erde benötigt. Wenn also die Zusatz-Lasten die Stabilität des Flachdachs gefährden, muss die Idee begraben werden. 
  • Die in Betracht kommenden Dächer sollen nun keineswegs im Hauruck-Verfahren begrünt werden. Schon aus Kostengründen nicht. Doch wo immer eine Dachsanierung ansteht, soll die grüne Option gezogen werden. 

Schulzentrum am Paradieser Weg könnte bald dran sein

Das könnte demnächst schon beim großen Schulzentrum am Paradieser Weg im Soester Westen passieren. „Die Flachdächer hier sind über 40 Jahre alt“, sagt Trompeter, „da macht man sich schon mal Gedanken.“ An anderen Schulen sind bereits längst grüne Fakten geschaffen oder vorbereitet worden: Am Erweiterungsbau der Bruno-Grundschule etwa, am Zwischentrakt des Aldegrever-Gymnasiums, am Pavillon für die Naturwissenschaften der Sekundarschule. 

Derzeit beschäftigt sich die Gebäudewirtschaft mit der großen Pausenhalle des Archigymnasiums; auch so ein Flachbau mit mehr als 40 Jahren auf dem Buckel. Im kommenden Jahr steht hier die Sanierung an; bislang bedeckt Kies die Dachhaut. 

Helle Dachhaut für Hansa-Realschule

An der Hansa-Realschule, deren Flachdach gerade erneuert worden ist, scheiterte die Gras-Variante an den zusätzlichen Lasten. Um trotzdem gegen die Überhitzung der Stadt an Sommertagen beizutragen, ist hier die alte, dunkle und somit wärmeaufsaugende Isolier-Bahn gegen helle Dachhaut ersetzt worden. Zudem sind an der Schule am Troyesweg fast 20 Prozent des Schulhof-Asphalts durch Grünflächen ersetzt worden.

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