Traditionslokal mit neuem Schwung

Eine Liebeserklärung ans Kochen: Gastro-Paar belebt Gaststätte ganz neu

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Stefan Daniel Reese und Julia Perneczky

Stefan Daniel Reese und Julia Perneczky haben den „Goldarm“ an der Brüderstraße übernommen.   

Soest – Wenn Stefan Daniel Reese vom Kochen spricht, dann hat es etwas von einer Liebeserklärung. „Kochen ist Kultur“, bedeutet es für den 38-Jährigen mehr als „nur“ die Nahrungsaufnahme und Versorgung mit Nährstoffen: „Unser Kerngeschäft ist weniger Essen und Trinken als das Entwickeln von Emotionen, sprich, dass unsere Gäste glücklicher gehen, als sie gekommen sind.“ 

Schon in frühen Jahren mochte er es, für andere zu kochen – also machte er es zum Beruf und dabei keine halben Sachen. Auch nicht bei der Wiedereröffnung des „Goldenen Arms“ an der Brüderstraße, der nun „Goldarm“ heißt. Einerseits wollte sich Reese schon von jenem Restaurant absetzen, das einst bekannt gewesen sei für Pizza und gutbürgerliche Küche.

Name im Bewusstsein verankert

„Der Name ist jedoch fest verankert im Bewusstsein der Soester“, wollte er die Marke daher nicht zu den Akten legen. Auch wenn das bereits dazu geführt habe, dass ein Gast sich im „Golddarm“ wiedergefunden zu haben geglaubt habe.

Der Goldarm ist die vorläufig letzte Station in einem eher rastlosen Gastronomenleben. Nach der Lehre im Bad Sassendorfer Maritim ging es für den gebürtigen Soester nach Sylt, wo er einige Zeit bei Sternekoch Jörg Müller lernte. Danach kamen Zwischenstopps wie St. Moritz, Heidelberg und noch einige mehr. Maßgeblich an der Projektierung und der Eröffnung eines 5-Sterne-Superior Hotels auf Sylt beteiligt, lernte er seine spätere Lebenspartnerin Julia Perneczky, eine gebürtige Mainzerin, kennen. 

Weiter ging es nach Bayern und Rheinland-Pfalz. Dort spezialisierte er sich auf das Bau- und Projektmanagement für Neueröffnungen.

Rückkehr in die Heimat

Nun sind die beiden in seine Heimat zurückgekehrt und wollen sesshaft werden, leben jetzt am Möhnesee, „denn alle eineinhalb Jahre umziehen, das schlaucht und geht ins Geld“, meint Reese. Da passte es gut, dass der Goldene Arm seit einem Jahr leer stand. Bis Reese wieder den Kochlöffel schwingen konnte, zog jedoch weiter Zeit ins Land.

So sieht der Gastraum jetzt aus

Komplett auf links hat das Paar die Küche und den Gastraum gezogen, gediegen-rustikal kommt er nun daher. Sie wollen ihren Besuchern gute Gastgeber sein, gerne auch mal eine Weile ins Plaudern kommen. „Quasi zum Anfassen“, meint Julia Perneczky, doch Daniel Reese schränkt lachend ein: „Nur im übertragenen Sinne. Wir wollen nahbar sein.“ Die Speisekarte ist überschaubar, aber das hat seinen Grund: Zum einen wechsele sie mindestens einmal pro Woche.

Vor allem aber will er ausschließlich mit frischen Zutaten arbeiten, „hier kommt nichts Tiefgekühltes zum Einsatz“. Davon könne sich jeder überzeugen: Er arbeitet offen einsehbar in seiner Küche. Einzige Ausnahme: das Brot. „Das holen wir gegenüber bei Herrn von Myra. Mit der Qualität könnten wir gar nicht mithalten.“ Die Küche ist allein sein Revier, während sich seine Frau und eine Angestellte um die Gäste kümmern. Daneben gibt es nur eine Spülkraft.

Beschränkt geöffnet

Daher hat das Restaurant auch lediglich an viereinhalb Tagen in der Woche geöffnet. Er plant, die Produzenten seiner Lebensmittel zu kuratierten Abenden einzuladen. Auch die Winzer. Zudem würde er gerne Lesungen veranstalten. Denn auch Kochen mag für ihn zwar Kultur sein – aber eben nicht nur.

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