Gewerkschaft droht Kerstin in Soest mit Streiks

Die Gewerkschaft Verdi will den Druck auf Kerstin verstärken.

SOEST - Die Fronten bei der Firma Franz Kerstin haben sich weiter verhärtet. Die Gewerkschaft Verdi droht dem Unternehmen nun mit Streiks, sollte es nicht doch noch an den Verhandlungstisch zurückkehren. Dort ist im vergangenen Jahr in mehreren Runden versucht worden, über einen Anerkennungstarifvertrag zu verhandeln. Vor sechs Wochen waren die Tarifgespräche gescheitert.

Die Verdi-Tarifkommission Franz Kerstin hat jetzt beschlossen, „notwendig gewordene Maßnahmen“ zu ergreifen: „Ausdrücklich gehören auch Arbeitsniederlegungen dazu“, sagte gestern Gewerkschaftssekretär Mario Schmidt. Kersin müsse „nun täglich mit einkalkulieren, dass die Beschäftigten ihre Arbeit niederlegen“. Man werde genau hinschauen, wann das Sinn mache.

Die Streiks lassen sich nach Angaben von Verdi nur noch abwenden, wenn die Firmenleitung unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückkehre.

Bei Kerstin – wir berichteten – werden im Groß- und Außenhandel Löhne und Gehälter gezahlt, die unter den Tarifen liegen. Bereits vor zwei Jahren hatten sich deshalb erste Mitarbeiter bei der Gewerkschaft gemeldet. Seither wird im Kern darum gerungen, wann die Beschäftigten den Tariflohn bekommen könnten: Die Gewerkschaft will das bis spätestens Ende des Jahres erledigt haben, Kerstin-Chef Christoph Ilaender stellt sich vor, bis 2019 stufenweise den Tariflohn einzuführen.

Trotz guter Gesprächsatmosphäre und gegenseitigem Respekt, wie beide Seiten versichern, kamen Verdi und Kerstin im Dezember auf keinen gemeinsamen Nenner. „Wir liegen schlicht und ergreifend zu weit auseinander und haben deshalb die Gespräche beendet“, erklärte damals Ilaender. - hs

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