Gelände am Overweg platzt aus allen Nähten

Veltins-Tochter verlegt Standort von Soest nach Bad Sassendorf

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Haben allen Grund, miteinander anzustoßen: die Getränkehändler Stefan Vogel (links) und Willi Brechtken (rechts) sowie WGS-Chef Marcus Voeste.

Soest – Der Westfälische Gastronomie Service (WGS), der vor zwei Jahren Getränke Brechtken übernahm, zieht zum Monatswechsel nach Bad Sassendorf um. Den Standort im Gewerbegebiet Soest-Süd übernimmt der "Sprenger Getränke-Service", der im Gegenzug seinen Laden in Körbecke dicht macht

Denn das Gelände am Overweg platzt aus allen Nähten. Die Getränkewagen stehen schon zum Teil am Straßenrand geparkt. 

Seit der Übernahme durch den WGS, eine 100-prozentige Tochter der Veltins-Brauerei mit Hauptsitz in Bad Fredeburg, habe sich der Umsatz nach Firmenangaben von jährlich 2,3 auf fünf Millionen Euro verdoppelt, statt wie zuvor 15.000 werden 35.000 Hektoliter abgesetzt. 

Von acht wurde auf 23 Mitarbeiter, von drei auf zehn Lkw und von 15 auf 25 Bierwagen aufgestockt. In den vergangenen Jahren habe man zahlreiche Gastronomiebetriebe, Vereine und Massenveranstaltungen hinzugewinnen können, schildert WGS-Chef Marcus Voeste.

Von Soest aus wird die Veltins-Arena beliefert

So werde von Soest aus die Schalker Veltins-Arena mit Bier versorgt, ebenso wie zahlreiche andere überregionale Großereignisse. Daher verlegt der WGS seine Geschäftstätigkeit nach Bad Sassendorf. 

Für Firmen- und Privatkunden dagegen ändert sich nicht viel: Als neuer Mieter zieht am Getränkestandort Overweg Stefan Vogel ein. Der Möhneseer macht dafür seinen bisherigen „Sprenger Getränke-Service“ in Körbecke dicht, arbeitet in Soest fortan mit Willi Brechtken zusammen.

Neubau-Pläne für Werl schlugen fehl

Der Standort im Gewerbepark Lohner Klei Süd kommt auf 8200 Quadratmeter, von denen 2000 auf die Fläche der neuen Halle entfallen. Gebaut hat sie die Deutsche Paletten-Logistik, ebenfalls mit Sitz am Overweg. Sie selbst will dort erst in drei Jahren einziehen. 

Doch für den WGS ist dies eh nur ein Provisorium, da im Februar die Versuche, in Werl ein komplett neues Distributionszentrum zu bauen, fehl schlugen. 

Benachbartes Krematorium reichte Klage ein

Die benachbarte Krematorium GmbH hatte gegen die Pläne geklagt. Sie sah sich in ihren Entwicklungsmöglichkeiten und im Bestand eingeschränkt. Auch sprach sie von eigenen Erweiterungsabsichten. 

Werls Verwaltung stellte fest, dass die Erweiterung schwierig sei, da ein Krematorium nach Rechtsprechung „in ein beschauliches und würdevolles Umfeld einzubetten ist“. 

Rückkehr nach Soest vorstellbar

Da zog Veltins die Handbremse. Aktuell sei man noch auf der Suche, so Voeste. Sehr erfreulich verlaufe der Kontakt mit der Chefin von Wirtschaft und Marketing Soest: „Die ersten Gespräche mit Dr. Monika Dobberstein waren sehr vielversprechend. Wir können uns gut vorstellen, wieder nach Soest zurückzukehren.“ 

Langfristig führe an einem Neubau wohl kein Weg vorbei, man benötige Räume, die für einzelne Betriebsbereiche maßgeschneidert werden müssten, wie zum Beispiel Schulungsräume oder eine Waschanlage für die Bierwagen.

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