Gestern noch ein Gardinenladen, heute ein Spielzimmer: Soest schreibt weiter an seiner Kita-Geschichte

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Pepe und Fritz testen schon mal die neue Bilderbuch- und Spielecke in der Kita am Lütgengrandweg.

Soest – Auch wenn es bisweilen anstrengend ist und eine Menge Geld kostet: In Soest ist man sich einig, neue Betreuungs-Plätze zu schaffen. In der Kita am Lütgengrandweg können nun statt 50 Kinder ab sofort 72 Kinder aufgenommen werden.

Denn dort haben die Verantwortlichen mal eben nebenan einen Raumausstatter-Betrieb übernommen und ihn zur schmucken Tagesstätte herausgeputzt. 

„Mit viel Glück zur großen Kita“, hatte der Anzeiger bereits im April getitelt, als die Geschichte ihren Lauf nahm. Neben der mitten in der Altstadt gelegenen Kita wollte damals gerade ein Raumausstatter seinen Betrieb aufgeben. Vermieter ist Nachbar Ingbert Kuss; der ältere Herr fand schnell Gefallen an der Idee mit der Kita-Expansion, zumal er als kleiner Junge schon den Kindergarten besuchte und dieser Kontakt bis heute nie abgerissen ist. 

Karin Ellinghaus, die Leiterin der Tagesstätte, ist zuversichtlich, dass die zusätzlichen Plätze alsbald gebucht werden. Die ersten Anmeldungen liegen vor. „Wir rechnen laufend mit neuen Kindern“ – schon allein durch Zuzüge nach Soest, aber auch, wenn Eltern ihr Kind bislang von einer Tagesmutter betreuen lassen und nun die größere Gemeinschaft in einer Kita wünschen. 

Damit die Neuen in den neuen Räumen nicht völlig vereinsamen, will Ellinghaus eine der beiden bestehenden Gruppen teilen. So treffen die „Quereinsteiger“ gleich auf eingespielte Scharen von Gleichaltrigen. Mit einer jungen Lehrerin, die gerade ihr erstes Staatsexamen abgelegt und sich bis zur Referendarzeit ganz bewusst eine größere Pause und einen Tapetenwechsel vorgenommen hat, hat die Kita inzwischen eine zusätzliche Erzieherin gefunden.

Bliebe noch der Name der dritten Gruppe: Sie heißt hausintern „Die Fledermäuse“. 

Derzeit gibt es in Soest 32 Kindertagesstätten – so viele wie nie zuvor: 1821 Mädchen und Jungen werden hier täglich betreut, davon allein 389 Kinder unter drei Jahren, die in Extra-Gruppen zusammengefasst sind und für die zusätzlicher Aufwand benötigt wird – bis hin zu den Schlafplätzen für die Mittagspause. 

Hinzu kommen an die 200 Plätze in der Tagespflege. Also bei Müttern (und einigen wenigen Vätern), die Kleinstgruppen bei sich zu Hause betreuen. 

Der Besuch einer Kita ist heute Standard – zumindest für die älteren Kinder zwischen drei und sechs Jahren (Ü3). Das Jugendamt beziffert gegenüber dem Anzeiger die Nachfrage auf 99 Prozent. Aber auch bei den ganz kleinen Kindern unter drei Jahren (U3) wächst von Jahr zu Jahr der Anteil, der zur Kita gebracht wird: Mittlerweile liegt die Quote in Soest bei 43 Prozent. 

Weil sich Kinderzahlen und Trends (hin zu immer früherer Betreuung) von Jahr zu Jahr verschieben, haben die aktuellen Kita-Pläne immer nur eine bedingte Halbwertszeit. Die Zeiten, so Jugend-Abteilungsleiter Meinhard Esser, seien lange vorbei, den Plan nur alle zwei Jahre anzupassen.

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