Geschenkte Schwäne für den Großen Teich, damit die dort aufräumen  - doch Soest lehnt ab

+
Berüchtigt für ihr Dauergekacke: Die Nilgans und ihre vielen Freunde am Großen Teich.

Soest – Die Stadt Soest kriegt selten was geschenkt. Und jetzt bei der Offerte aus der Nachbarstadt Lippstadt hat sie dankend abgelehnt.

Dort lebt mit Volker Claes ein Vogelzüchter und gebürtiger Soester, der mit einem Pärchen schwarzer Schwäne seiner Heimatstadt was Gutes tun und gleichzeitig am und im Großen Teich aufräumen wollte. Die imposanten Schwäne, so schrieb Claes dem Bürgermeister, würden hier am Theodor-Heuss-Park nicht nur ein prächtiges Bild abgeben, sondern auch den dauer-kackenden Nil- und Kanadagänsen den Garaus machen. 

Über deren Hinterlassenschaften hat auch der Anzeiger immer wieder berichtet: Seit der Neugestaltung des Parks mit einladenden Spiel- und Ruhezonen melden sich immer wieder Besucher, die sich über die mit dem Kot der Vögel bekleckerten Flächen beklagen. 

„Als Züchter von Wasservögeln kann ich Ihnen versichern, dass neben der Exklusivität des Erscheinungsbilds die Gastronomie rund um den Teich profitieren wird“, versuchte Claes, der Stadt seine Offerte schmackhaft zu machen. Doch die lehnte ab – „aus fachlichen Gründen“. 

Zum einen habe man schon einmal schlechte Erfahrungen mit Höckerschwänen gemacht. Die landeten nämlich nicht nur auf der Wasserfläche, sondern auch nebenan auf der Wiesenstraße und brachten sich so in große Gefahr. Zum anderen reiche das Angebot an Pflanzen eben nicht für die Schwäne aus. Und schließlich: man überlege sich gerade ein Umsiedlungsprogramm für die kleckernden Gänse. Da wäre die Ansiedlung nicht minder kleckernder Trauerschwäne kontraproduktiv.

Spender Claes reagiert enttäuscht, zumal aus seiner Sicht auch die fachlichen Hinweise der Stadt nicht zögen. Schwarze Schwäne seien bodenständig und könnten gar nicht zur Wiesenstraße fliegen. Er glaubt auch nicht an eine Umsiedlungsaktion: „Einfangen werden Sie die Tiere nie können; es sei denn, sie würden sie abschießen.“ 

Verständnis für die Absage der Stadt hat indes Dr. Henning Vierhaus von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU). Der Biologe kennt aus dem Sassendorfer Kurpark das Miteinander von Schwänen, Enten und Gänsen: „Die vertragen sich ganz gut.“ Gelegentlich gebe es Aggressionen, aber das Feld räume niemand. So gesehen sei Claes’ Angebot „ein nett gemeinter Vorschlag, aber zum Scheitern verurteilt“. Friede und Sauberkeit würden jedenfalls nicht einkehren – ganz abgesehen davon, dass auch Trauerschwäne ihre Schiete hinterlassen. 

Erst dieser Tage hat sich Biologe Vierhaus am Großen Teich umgesehen. Er ist angetan von der „bunten Palette an Vögeln“, die dort zu Hause sind: Neben den erwähnten Gänsen sogar erfolgreich brütende Reiherenten, Teichhühner und Stockenten.

In Geseke im Osten des Kreises Soest ist ein schwarzes Schwanenpaar beheimatet:

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare