Modell für Soest? In Unna fusionieren Evangelisches und Katholisches Krankenhaus

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Wird es in Soest gelingen, Marienkrankenhaus und Klinikum Stadt Soest unter ein gemeinsames Dach zu bringen? Wie es klappen könnte, machen zwei Krankenhäuser in Unna vor.

Soest - Was in Soest politisch noch höchst umstritten ist, nimmt in Unna schon Konturen an: Überraschend wurde jetzt bekannt, dass das katholische Katharinen-Hospital (KK) und das Evangelische Krankenhaus (EK) zum 1. Januar 2020 zu einem gemeinsamen Krankenhaus mit zwei Betriebsstätten fusionieren wollen. Bekanntlich steht das Thema Fusion auch in Soest an. Hier geht es um das kommunale Klinikum Stadt Soest und das zum katholischen Hospitalverbund Hellweg gehörende Marienkrankenhaus. 

Mit großem Interesse verfolgt werden die Entwicklungen in Unna hier vor allem, weil der Hospitalverbund auch Träger des Katharinen-Hospitals ist. Während die Politik in Soest durchaus für eine enge Kooperation der beiden Häuser in Soest ist, steckt der, pardon, Teufel im Detail. Denn bislang besteht der Hospitalverbund darauf, das Klinikum müsse unters „Dach des Verbundes“ kommen, während Teile der Politik darauf beharren, dass eine Fusion der Krankenhäuser in einer eigenständigen Dachgesellschaft außerhalb des Verbundes erfolgen müsse. 

Nach Informationen des Anzeigers ist das nun in Unna geplante Fusions-Modell auch die Option, die der Verbund in Soest anstrebt – mit dem Unterschied, dass das EK in Unna einer Stiftung gehört, während das Klinikum in Soest eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt ist. 

In beiden Fällen soll aber der Hospitalverbund Mehrheitsgesellschafter (51 Prozent) bleiben, in Unna so der Plan, übernimmt die EK-Stiftung Anteile an der Katharinen-Hospital-Gesellschaft von einem der Mitgesellschafter, der St. Katharinen Kirchengemeinde. Auf Soest übertragen würde das heißen, dass die Stadt für das Klinikum Anteile der St. Patrokli-Kirchengemeinde übernehmen könnte, die derzeit mit rund 43 Prozent am Marienkrankenhaus beteiligt ist. 

Christian Larisch, Geschäftsführer des Hospitalverbundes, wollte diese Details unter Verweis auf die vereinbarte Vertraulichkeit der Fusionsverhandlungen nicht bestätigen, versicherte aber, dass die laufenden Verhandlungen in Unna die Gespräche mit den Soester Verwaltungs- und Fraktionsvertretern „in keinster Weise“ beeinträchtigen würden.

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