Gerompelte Steine sollen Rumpel-Pflaster in Soest ablösen

+
In der Soester Altstadt sollen demnächst auf Antik getrimmte Betonsteine verlegt werden.

Soest - Weniger Rot, dafür mehr Grau – weniger rumpelig-historischer Naturstein, dafür mehr „rompelig“-ebener Beton. Auf diesen Kurz-Nenner lässt sich das neue Konzept für Plätze, Wege und Straßen in der Soester Altstadt bringen, das jetzt nach knapp einem Jahr Bearbeitungszeit vorgelegt worden ist.

Menschen mit Behinderungen sollen es künftig leichter haben, sich im Soester Stadtkern fortzubewegen.

Barrierefreiheit, wie es im Behördenjargon heißt, habe zwar schon immer beim Bau von Straßen und Wegen in Soest eine Rolle gespielt, aber keine besonders große, räumt die Stadtverwaltung selbstkritisch in ihrem 50-Seiten-Papier ein. Auf dem Markt, in der Marktstraße und in der Rathausstraße sei das Gehwohl zugunsten der Stadtgestaltung „zurückgestellt“ worden. Das soll sich fortan ändern.

Die Bedürfnisse und Ansprüche Sehbehinderter, Blinder, Gehörloser und Körperbehinderter sollen mehr denn je berücksichtigt werden. Aber selbst denen, die „nur“ einen Kinderwagen oder einen Rollator vor sich her schieben, soll das Leben leichter gemacht werden.

Für die „Allzweckwaffe“ auf diesem Gebiet müssen sich die Soester erst einmal an einen neuen Begriff gewöhnen: Gerompelt. Also nicht geschüttelt, gerührt oder gerumpelt – sondern gerompelt. So heißen die äußerlich auf Antik getrimmten Betonsteine. Die Rompel-Quader seien das Nonplusultra: Sie erfüllten die Vorgaben an Stadtgestaltung und an Barrierefreiheit gleichermaßen, heißt es auf dem Papier.

Auf Haupt- und Nebenstraßen könnte der Rompelstein zum Einsatz kommen. Nur dort, wo Busse langfahren, soll nach den schlechten Erfahrungen der Vergangenheit von vorn herein auf Pflaster verzichtet werden und statt dessen ein Asphaltstreifen das Maß der Dinge sein.

Kleinpflaster aus Blaubasalt

Die Gehwege werden mit Rechteckpflaster aus Beton verlegt. Zur Auflockerung und optischen Abgrenzung werden die ins Gerede gekommenen Grauwacken auf den Stellplätzen für Autos eingesetzt – im Wechsel mit Kleinpflaster aus Blaubasalt.

Der Innenbereich um Patrokli, Petri und Rathaus („Ottonischer Stadtkern“) soll dagegen ohne Beton auskommen. Die noch nicht sanierte Rathausstraße zwischen Post und Markt wird mit Granitpflaster ausstaffiert; mittendrin verläuft ein Streifen aus gesägtem (somit glattem Granit), der besagte Barrierefreiheit garantieren soll.

Verschwinden soll nach und nach das rote Pflaster; das sei untypisch für den historischen Stadtkern; Dunkelgrau sei die neue Farbe der Wahl. Ganz ohne Rot wird es aber nicht gehen: Die Farbe habe sich für die Radwege bewährt und soll auf diesen geschützten Spuren bleiben. - hs

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare