Weltweit erster Schutzglassensor in Wiesenkirche angebracht

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Christoph Sander von der Orgelbaufirma Peters Paderborn baut den Sensor ein.

Soest - Weltpremiere in der Wiesenkirche: Hoch oben über dem Südportal am Madonnenfenster hat Glasmalermeister Christoph Sander am Mittwoch den ersten Schutzglassensor angebracht. Das neue Gerät gibt Auskunft über Temperatur und Klima zwischen der Schutzverglasung und dem Fenster aus dem 17. Jahrhundert.

„Der Sensor ist weltweit der erste und einzige dieser Art“, sagt Michael Robrecht von der Firma Ixtronics, die das Gerät entwickelt hat. Es wurde zwar schon in der Werkstatt der Paderborner Glasmalerei Peters nach allen Regeln der Kunst geprüft und sei „eigentlich marktfähig“. Zuvor jedoch soll der Prototyp in der Wiesenkirche den Praxistest bestehen.

Dort waren die wertvollen Kirchenfenster nach dem Krieg mit einer Schutzverglasung versehen worden. Aber die schadete mehr als sie nützte, stellte sich später heraus. Im Zwischenraum von Verglasung und Fenster bildete sich Feuchtigkeit, die der wertvollen historischen Glasmalerei zusetzt. 

Der Sensor erfasst alle Messdaten am kostbaren Madonnenfenster von 1642 und leitet sie zu einer Internet-Plattform weiter. Dort kann Ingenieur Robrecht per Handy jede Störung sofort feststellen und beheben lassen. Die Entwicklung des Geräts hat übrigens die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt. Wenn alles gut läuft, werden zukünftig alle Fenster in der Wiesenkirche mit Sensoren ausgestattet.

 Für Dombaumeister Jürgen Prigl ist die Installation des ersten Geräts der Auftakt zur zweiten Fenster-Kampagne. Sobald am 12. September das Gerüst am nördlichen Turmhelm abgebaut ist, beginnt die Sanierung der Fenster im Hauptchor. Dafür hat der Bund 400 000 Euro in Aussicht gestellt (der Anzeiger berichtete). Die Ausschreibung hat einmal mehr die Paderborner Firma Peters aus Paderborn gewonnen. 

Die Erneuerungsarbeiten sind schon deshalb geboten, weil die Hauptchorfenster als der „größte erhaltene Zyklus mittelalterlicher Glasmalerei in Westfalen“ gelten. Für Prigl ist sicher: „Dafür werden Fachleute aus ganz Europa nach Soest kommen.“ 

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