Geplatztes Konzert der Band Juli wird teuer

Die Band Juli.

SOEST - Was auf der Bühne leicht und locker aussieht, ist hinter den Kulissen ein knallhartes Geschäft: Wie unerbittlich im Showbusiness um jeden Cent gekämpft wird, das wurde am Freitag vor einer Zivilkammer des Arnsberger Landgerichtes deutlich.

Dort hatte die Hamburger Agentur der Pop-Band Juli die Soester Stadthalle auf die Zahlung von fast 60.000 Euro verklagt, weil das vertraglich so vereinbart worden sei. Davon aber wollte wiederum die Stadthalle nichts wissen: Für die Feier eines großen Soester Unternehmens im November 2010 seien mehrere Bands unverbindlich angefragt worden – darunter auch Juli. Der Auftraggeber, die Firma Actebis, habe sich aber schließlich für die „Sportfreunde Stiller“ entschieden.

Das aber wollten weder die Agentur noch das Management der Band sportlich nehmen, beide wollten das ihnen vermeintlich zustehende Geld: Die Agentur insgesamt 60.000 Euro von der Stadthalle, das Band-Management wiederum 41.250 Euro Gage von der Agentur.

Auch wenn das Gericht nach intensiver Befragung der Vertreter von Agentur und Stadthalle sowie der Managerin von Juli noch keine abschließende Entscheidung verkündete, wurde gestern doch klar: Teuer wird es für die Stadthalle auf jeden Fall. Denn das Gericht folgte der Argumentation der Agentur, dass aus dem E-Mail-Verkehr sehr wohl eine vertragliche Verpflichtung für die Stadthalle entstanden sei.

Wie hoch die Rechnung aber ausfallen wird, blieb zunächst unklar: Selbst der Geschäftsführer der Konzertagentur sah sich zunächst nicht in der Lage zu erklären, welche Kalkulation der Gesamt-Rechnung zugrunde lag. Schriftliche Verträge für die Abwicklung des nicht zustande gekommenen Juli-Konzertes konnten weder er noch die Band-Managerin vorlegen. „Da ist über Jahre ein Vertrauensverhältnis gewachsen“, erklärte die Managerin. Nun muss das Gericht entscheiden, wie hoch der entstandene Schaden durch das geplatzte Konzert tatsächlich ist.

Die Managerin zeigte sich selbstbewusst: „Wir werden unser Geld auf alle Fälle bekommen“. Schließlich sei die Band eine „Ware, mit der die Agentur handeln darf“. Für dieses Recht bekomme sie ja auch eine satte Provision: Ob 17 oder 20 Prozent, da war sich der Agentur-Chef freilich nicht ganz sicher. - kim

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