Breites Programm

Bördetag zeigt: Auf dem Dorf hält man zusammen

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Auf der Bühne am Markt wird beim Bördetag getanzt  - hier von der Tanzschule Kickelbick -   und gesungen, während sich die Dörfer auf dem Nördlichen Petrikirchhof vorstellen.

Soest – Da wird das Glücksrad gedreht, über Geschichte diskutiert, eine Plastikkuh gemolken, Bioapfelsaft verkostet und Theater gespielt. Alle Achtung! Was die Dörfer rund um Soest für den Bördetag 2019 auf die Beine gestellt haben, kann sich sehen lassen und zieht viel Volk auf den Petrikirchhof.

Die kleinen Orte stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt des Stadtfests und erinnern an die Kommunale Neuordnung vor 50 Jahren, als sie alle der Stadt Soest zugeschlagen wurden. Jedes Dorf ist auf dem Bördetag mit einem Stand vertreten. – manche haben sich auch zusammengeschlossen und machen gemeinsame Sache. 

Hiddingsen, mit rund 160 Einwohnern eines der kleinsten Bördedörfer, macht vor, wie Recycling geht: Der Birkenschmuck vom Vorjahrs-Schützenfest ist in Scheite gesägt worden und darf verziert werden. So entstehen unter Leitung von Silvia Diemel hübsche Brettchen oder Türschilder. 

Bördetag 2019

Für Hattrop haben sich der Förderverein und Freundeskreis Guérad gemeinsam etwas Besonderes ausgedacht. Sie haben mehrere Kubikmeter Sand in die Stadt geschafft und nahe der Petrikirche eine Pétanque-Bahn eingerichtet. Da darf nach Herzenslust gespielt werden. Das Angebot werden supergut angenommen, freuen sich die beiden Vorsitzenden Egbert Terholsen und Christian Sträter. Nach dem Bördetag wollen sie übrigens die Bahn bei sich in Hattrop installieren. 

Die Katroper haben sich mit dem Thöningsern zusammengetan. Zusammen sind sie allerhöchstens 200 Leute. An ihrem Stand darf unter Leitung von Iris Scholle ein Bienenhotel gebaut, leckerer Saft verkostet und am Glücksrad gedreht werden. Wer Glück hat, gewinnt den fast 15 Jahre alten Lindenbaum. 

Die Meiningser und ihre Nachbarn aus Epsingsen kommen ganz modern daher und zeigen auf ihren Internet-Auftritt direkt Bilder vom Bördetag. Und informieren natürlich auch über ihre Dörfer. 

Allerdings hat noch niemand an den Ständen gefragt, wie es sich denn da so lebt. Davon erzählt Rainer Edelbrauck von der gleichnamigen Schreinerei in Müllingsen, von wo auch das englischsprachige White Horse Theatre kommt. „Auf den Dörfer“, sagt Edelbrauck, "ist mehr Geselligkeit – und vielleicht auch mehr Getratsche. Auf jeden Fall hält man mehr zusammen als in einer großen Stadt.“ 

Ohne diesen Zusammenhalt hätten die Dörfler wohl kaum ein so breites Programm erarbeiten können. 

Wer jedoch Abwechslung vom Dorfleben braucht, schaut auf der Bühne am Markt vorbei, wo verschiedene Chöre und Tanzgruppen auftreten, oder im Theodor-Heuss-Park, wo der Ski-Klub das Sagen hat. Dort wird getanzt, geklettert und ein Biathlon ausgetragen. Und der Vreithof gehört den Jazzern. Verschiedene JIGS-Gruppen machen auf der Bühne Musik.

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