Mit Geburtstagstorte auf die Fahrt nach Marrakesch

SOEST - Das R4 Team Westfalen, das in diesem Jahr für die FH Südwestfalen startet, nimmt sich einen Tag mehr Zeit für die Anreise zu einem der beiden zentralen Massenstarts. Bei der 16. Raid 4L Trophy, so der offizielle Name der Rallye, starten 1350 Studentenkutschen von Paris nach Marrakesch.

In Soest herrschen leichte Minusgrade, auf dem Campus liegt Schnee. Es sind dunkle 7 Uhr morgens. Aber wenn man mehr Zeit hat, kann man den Augenblick auskosten. Die Vorgängerteams hatten sich längere Abschiedszeremonien verbeten, um ja rechtzeitig loszukommen. Das aktuelle Team dagegen hatte Sponsoren und Angehörige eigens eingeladen, um bei Kaffee und Brötchen die Abfahrt zu feiern.

Zu feiern gab es auch den 24. Geburtstag von Steffen Rüdiger, der sich mit der Tour-Teilnahme sicherlich das tollste Geburtstagsgeschenk selbst gemacht hat. „Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, im Winter zu starten?“, fragt Mareike Morell (24) noch fröstelnd beim Fototermin. Immerhin locken in Marrakesch angenehme 19 Grad Celsius. Aber die Heizung in den kultigen Renaults funktioniert anscheinend und schon wenige Stunden nach dem Start vermeldet das Geburtstagskind: „Die Fahrt ist schon jetzt Klasse! Einfach ein Riesen-Spaß. Wir sind jetzt kurz vor Holland und im R4 ist es mollig warm.“

Die Studierenden vom Standort Soest bilden Deutschland größtes R4 Team. Und das traditionsreichste: Schon zum vierten Mal sind die Westfalen dabei, wobei die diesjährige Gruppe schon fast international aufgestellt ist. Nicht nur, dass erstmals alle drei Soester Fachbereiche vertreten sind, drei Mitfahrer stammen aus Hessen. Von Karneval ist nichts zu spüren. Die Idee, zur Abfahrt Pappnasen aufzusetzen, wurde im Vorfeld nur scherzhaft erwogen. Zu viel Ernsthaftes gab es zu organisieren: Neben wichtigen Werkzeugen und Ersatzteilen führt jedes Team Schulmaterialien und Lebensmittel mit. Diese werden nach der Fährüberfahrt am 18. Februar bei der Hilfsorganisation Enfants du Désert (Kinder der Wüste) abgeliefert. Doch erst einmal heißt es, rechtzeitig am Startpunkt anzukommen. Dort wird geprüft, ob alles Spendenmaterial geladen ist, ob die R4 fahrtüchtig sind und ob nicht irgendwelche Fremd- oder verbotenen Teile verbaut wurden. Zugelassen sind nur Original-R4. Der Startschuss fällt am 14. Februar. Die gemessene Strecke liegt ausschließlich in Marokko. Hier geht es weniger um Geschwindigkeit, sondern um zurückgelegte Kilometer. Um die 2700 mitfahrenden Studenten zu betreuen sind 250 Personen (davon 80 Mediziner) bei der 4L Trophy tätig. Über die 16 Jahre gab es inzwischen insgesamt 24 000 Teilnehmer. Die Tourstrecke umfasst 6 000 Kilometer. Für die Soester kommen noch 1200 für die An- und Abreise hinzu.

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