Stadtmodell in 3D - ein "Spielzeug" mit vielen Möglichkeiten

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Der Rathaus-Komplex als 3D-Druck. Was Stadt-Sprecher Thorsten Bottin hier zeigt, kann jeder Bürger auch online von zu Hause in Auftrag geben.

Soest – Wer sich ein Bild von Soest machen will, muss dafür nicht mehr unbedingt seine Schuhe anziehen. Seit einiger Zeit bietet die Stadt ein 3-D-Modell an, das die City aus allen möglichen Perspektiven zeigt.

Das ganze Portfolio soll dann bis Ende des Jahres zur Verfügung stehen. Und das hat es in sich: Sogar ein Rundgang als Fußgänger ist möglich – Körpergröße variabel einstellbar. Weitere Gimmicks: Entfernungen und Höhen lassen sich auf wenige Zentimeter genau genau nachmessen. Wer auf einen der abgebildeten Bäume klickt, erfährt sogar, um welche Art es sich handelt und wie große die Krone ist. Selbst virtuelle Flüge über die Stadt sind möglich. Die Route kann jeder dabei selbst bestimmen und so zum Pilot werden. „Digitalisierung kann und soll auch Spaß machen“, sagt Jürgen Treptow von der Arbeitsgruppe Stadtentwicklung, Umwelt und Geoservice der Stadt. 

Den Nutzen haben nicht nur normale Bürger, Touristen oder auswärtige Soester, die plötzlich die Sehnsucht nach Heimat überkommt, sondern auch Menschen mit handfestem Interesse. So lassen beispielsweise tag- und uhrzeitgenau Schattensimulationen darstellen. „Das ist wichtig für Leute, die ein Haus bauen oder eine Photovoltaikanlage installieren wollen“, so Treptow. „Dahinter steht der Leitgedanke, dass wir nicht nur machen, was technisch möglich ist, sondern auch einen Nutzen für den Bürger bringt“, betont Stadtsprecher Thorsten Bottin. 

Zugegeben, ähnliche Möglichkeiten bieten auch andere Städte an. Aber nicht in diesem Umfang und in dieser Präzision. Und der Dienst der Stadt Soest hat wesentlich mehr drauf. Mit speziellen Apps können zum Beispiel Dachdecker ziemlich genau Flächenmaße und Dachneigungen aufnehmen, ohne das Firmengelände verlassen zu müssen. Architekten sind jetzt in der Lage, ihre Entwürfe direkt ins Stadtbild montieren – und sogar dreidimensional ausdrucken. „Wir arbeiten bei dem Projekt eng mit der Fachhochschule zusammen, die Ergebnisse sind sehr gut“, erläutert Treptow. 

Für Otto-Normalbürger soll bis zum Jahresende eine Druck-App verfügbar sein. Ein originalgetreues Abbild vom eigenen Haus für die Modelleisenbahnanlage im Keller - gar kein Problem. Das ist die greifbare Seite der „digitalen Modellkommune“ Soest. 

Bei aller Akribie haben die Entwickler auch den Datenschutz nicht vernachlässigt. Personen sind auf den Darstellungen nicht zu erkennen und beim Rundgang als Fußgänger sind die Häuserfassaden bewusst in niedrigerer Qualität abgebildet. 

In Zukunft will die Stadt noch weiter gehen. Geplant ist das Hinterlegen von spezifischen Daten zu einzelnen Gebäuden, etwa Bodenrichtwert oder Entfernung zum nächsten Kindergarten. „Langfristig bieten die qualitativ hochwertigen Daten auch beste Voraussetzungen für Klimasimulationen“, so Bottin.

Das 3-D-Stadtmodell findet sich unter gis02.soest.de; Fragen per Email an: gis@soest.de

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