Gartenserie

Erste Aussaat für eigenes Gemüse: Beete werden jetzt auf neue Saison vorbereitet

Der Frühling steht vor der Tür - und die erste Aussaat für das eigene Gemüse steht an. Die Beete sollten schon jetzt vorbereitet werden.

Soest - Wer eigenes Gemüse ernten will, sollte jetzt aktiv werden. Als erstes gilt es, die Beete vorzubereiten auf die neue Saison. Dabei geht es um „normale“ Beete im Boden und um Hochbeete.

StadtSoest
LandkreisSoest
Einwohner48.747 (30. Juni 2010)

Erste Aussaat für eigenes Gemüse: Beete werden jetzt auf neue Saison vorbereitet

Wer schon länger ein Hochbeet nutzt, kennt das Phänomen, wer erstmals ein solches genutzt hat, stellt es vielleicht mit Erstaunen nach dem Winter fest: Der Boden ist abgesackt. Das können nach dem ersten Jahr schon mal an die 20 Zentimeter sein, die er eingesunken ist. Mein Hochbeet ist mittlerweile acht Jahre alt, und noch immer senkt sich die Oberfläche um fünf bis zehn Zentimeter im Laufe eines Jahres.

Das liegt an der Füllung. Ganz unten kommen grobe Schnittgüter hinein. Ich habe sogar große Wurzeln und 30 Zentimeter starke Stämme hineingegeben. Im Laufe der Jahre verrotten diese Teile, und dadurch sackt der Boden ständig ab. Nach acht bis zehn Jahren dürften aber auch diese großen Hölzer vergangen sein.

Aussaat für Gemüse vor der neuen Saison: Erde wieder auffüllen

Auf jeden Fall müssen wir die Erde wieder auffüllen. Ich nehme dazu Gartenerde und jede Menge Kompost und arbeite ihn gut ein, indem ich zuerst den Boden mit einem „Sauzahn“ lockere. Umgegraben wir ein Beet eigentlich nur noch ganz am Anfang, wenn wir es anlegen, oder wenn es stark verunkrautet ist.

Ansonsten lockern wir es nur noch, um die Bodenschichten nicht durcheinander zu bringen. Nach dem Sauzahn kommt der Grubber zum Einsatz, und danach wird die feinkrümelige Struktur mit einer Harke oder einer Rollhacke hergestellt. Zum Schluss decke ich alles mit einer Schicht neuer Blumenbeeterde ab, die den Vorteil hat, keimfrei zu sein. Das erspart später viel Unkrautjäten. Es gibt auch spezielle Hochbeeterde zum Auffüllen.

Das Bodenbeet wird im Prinzip ähnlich behandelt. Am besten gelingt das Auflockern mit einer Grabegabel, die man einsticht und dann hin- und herbewegt. Auch hier gönnen wir dem Boden eine gute Kompostgabe, fünf Liter pro Quadratmeter sollten es schon sein.

Mit Sauzahn und Grabegabel wird der um zehn Zentimeter eingesunkene Boden des Hochbeets aufgebrochen, dann mit Blumen- und Gartenerde sowie Kompost aufgefüllt, mit Grubber und Harke fein gekrümelt und zum Schluss mit neuer Blumenerde abgedeckt – fertig ist das Beet für die erste Einsaat.

Alles gut einarbeiten mit dem Grubber, anschließend feinharken, fertig ist das Beet für die jungen Pflanzen.

Ausgesät werden jetzt Puffbohnen, Radieschen, frühe Salate, Spinat, Mangold, Feldsalat und Möhren. Bei der Möhrenaussaat sind die Saatbänder eine große Erleichterung. Denn sie ersparen uns später das fummelige Ausdünnen der zu dichten Möhrenkeimlinge. Neben die Reihe mit Möhren setzen wir eine Reihe Steckzwiebeln in die Erde. Möhren und Zwiebeln schützen sich gegenseitig vor dem Befall mit Möhren- oder Zwiebelfliegen, die die Ausdünstungen der benachbarten Pflanzen nicht leiden können.

Beete im Frühling: Vlies sollte bereit liegen

Wir sollten in jedem Fall aber ein Vlies bereit liegen haben. Denn nach wie vor kann es nachts Frost geben. Wird Bodenfrost angekündigt, sollten wir sicherheitshalber die Aussaat und jungen Keime mit dem Vlies abdecken. Das Vlies kann aber auch dauerhaft auf dem Beet liegen bleiben, weil unter ihm ein wärmeres Mikroklima entsteht, das die Saat schneller auflaufen lässt. Wenn die Pflanzen zehn bis fünfzehn Zentimeter hoch sind oder es zu warm wird, nehmen wir das Vlies weg.

Tipp

Einige Samen keimen schwer und langsam. Man kann ihnen auf die Sprünge helfen, wenn man sie vorher einweicht. Dazu mischen wir den Samen mit feuchtem Sand, füllen das Gemisch in eine Plastiktüte und lassen es in der Wohnung zwei bis drei Tage vorquellen. Dann säen wir das Gemisch wie gewohnt aus. Zu diesen Samen gehören Lauch, Möhren, Pastinaken, Petersilie und Ysop.

Im Handel kann man jetzt bereits junge Salatpflanzen und Kohlrabi bekommen. Wenn wir die einpflanzen, können wir unsere Ernte um zwei bis vier Wochen verfrühen.

Bei den Kräutern kann man bereits Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckel und Rucola aussäen. Bei den Blumen sind Astern, Ringelblumen, Schleierkraut, Vergissmeinnicht und Steingartenmischungen an der Reihe.

Garten auf Frühling vorbereiten: Obstbäume noch nicht schneiden

Wer jetzt noch Obstbäume schneiden möchte, sollte besser die Schere wieder wegstecken. Denn das mildere Wetter hat die Knospen kräftig anschwellen lassen. Die sind sehr empfindlich und können bei Schnittmaßnahmen massenhaft abbrechen, wir würden also einen großen Teil der künftigen Ernte dadurch vernichten.

Schwerarbeit ist es, den Olivenbaum aus dem Winterquartier zu holen und zum Abhärten an geschützter Stelle im Freien aufzustellen.

Im Winterquartier stehen noch die Kübelpflanzen. Hier sollten wir lüften und gießen. Robuste Kübelgewächse wie Oleander und Olivenbaum könne wir aber schon rausräumen und an geschützter Stelle (auch vor praller Sonne) an das derzeitige Wetter gewöhnen. Sie vertragen leichte Minusgrade und können gegebenenfalls bei Nachtfrostgefahr in Vlies zum Schutz eingehüllt werden. Die anderen empfindlicheren Südgewächse müssen aber noch bis Mitte Mai im Winterlager ausharren.

Zuletzt hat Klaus Fischer erklärt, dass Begonien noch Schutz brauchen und warum Forsythien ein wichtiges Signal sind. Beim Säen im April müssen Gärtner unterscheiden*, was sie als Samen oder Knolle und was sie als Setzling ins Beet pflanzen, berichtet 24garten.de*. - *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Niklas Fischer

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