Gartenserie

Wilder Verwandter der Geranien: Der Storchschnabel blüht jetzt üppig

Überall an den Straßenrändern und in Gräben können wir derzeit sehr viele rosarote kleine Blüten sehen. Die Wildpflanze, die so üppig blüht, ist der Storchschnabel. Seinen Namen hat das Gewächs von der Form seiner Samenkapseln, die aussehen wie ein Storchschnabel oder auch Kranichschnabel.

Soest – Schauen wir uns die Pflanze Storchschnabel näher an, dann kommen uns vielleicht die Blüten als auch die Form der Blätter bekannt vor: Sie ähneln den Geranien in unseren Balkonkästen.

PflanzeStorchschnabel
Lateinischer NameGeranium
VerbreitungAlle Kontinente

Erfahren wir dann noch den lateinischen Namen der Pflanze Storchschnabel, die Geranium heißt, dann ist uns klar: Die beiden sind miteinander verwandt. Der Name Geranium stammt übrigens vom griechischen „geranos“ ab, was „Kranich“ bedeutet,

Gartenserie: Storchschnabel gehört zur Familie der Geranien

Allerdings müssen wir in diesem Punkt etwas genauer sein. Denn die Geranien, die in unseren Balkonkästen jeden Sommer zu üppigster Blütenfülle auflaufen, sind eigentlich Pelargonien. Sie gehören zwar auch zur großen Familie der Geraniengewächse, sind aber nicht Geschwister, sondern eher Vettern und Cousinen. Die eigentlichen Geranien oder Storchschnäbel unterscheiden sich in den Blüten von den Pelargonien, die allerdings im Volksmund ebenfalls Geranien genannt werden.

Um die Verwirrung komplett zu machen, haben wir in unseren Gärten oft die näheren Verwandten der wilden Storchschnäbel ebenfalls stehen – bei uns gehören zu den wilden der Wiesen-, der Waldstorchschnabel und der blutrote Storchschnabel – und zwar als beliebte Beetrandbepflanzung oder auch als Bodendecker. Es gibt diese Zuchtformen der Storchschnäbel in sehr niedrigen Wuchsformen bis hin zu großen Stauden, die locker einen Meter hoch werden können.

Der Storchschnabel blüht fleißig und hübsch, ist ein guter Bodendecker, kerngesund, mit interessanter Blattform – und Schnecken schmähen ihn.

Allen Storchschnäbeln ist zu eigen, dass sie üppig blühen von Weiß über Rosa und Rot bis zu Blau- und Violetttönen. Sie haben dichte, interessant aussehende Blätter, die bei einigen Arten sogar wintergrün sind. Sie bedecken den Boden sehr gut, sodass Wildkräuter kaum eine Chance haben durchzukommen. Und Schnecken mögen keine Storchschnäbel. Damit sind diese Gewächse ideal als schöne Bodendecker für den pflegeleichten Garten. Das erklärt, warum die Storchschnäbel sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Viele Storchschnäbel verbreiten sich durch Ausleger, manche wuchern regelrecht, samen sich aber auch fleißig aus. Man staunt, wo man plötzlich im Garten Storchschnäbel überall entdeckt. Es gibt Storchschnabel-Arten für praktisch jeden Standort im Garten von sonnig bis schattig und feucht bis trocken. Auch der Blütezeitpunkt variiert von Mai bis zum Herbst.

Nach dem Schnitt der Storchschnäbel sieht das Beet zwar etwas gerupft aus. Aber die jungen Blätter zeigen an, dass die Pflanze bereits neu austreibt und schon bald die Lücken wieder geschlossen hat.

Gartenserie: Storchschnabel fällt nach Regen auseinander

Mein großer Storchschnabel ist mit seiner Hauptblüte durch, nur noch vereinzelte rosafarbene Farbtupfer finden sich an der Pflanze. Sie hat aber eine unangenehme Eigenschaft. Nach der Blüte und besonders nach einem Starkregenereignis wie vor einigen Tagen fällt die Pflanze regelrecht auseinander, das heißt, ihre Stängel kippen nach allen Seiten um und legen sich über alles in der Nachbarschaft. Die Blätter vergilben allmählich, und dann sieht das Beet ziemlich unansehnlich aus.

Aber es gibt Abhilfe. Wir schneiden alle Triebe des großen Storchschnabels nach der Blüte handbreit über dem Boden ab. Meistens sehen wir schon frische neue Blätter und Triebe aus der Basis der Pflanze sprießen. Im Laufe des Sommers wachsen diese Jungtriebe heran und bringen eine zweite Blüte.

Gartenserie: Storchschnabel ist eine Zierde für das Herbstbeet

Sie remontieren, sagt der Gärtner dazu. Der zweite Flor ist zwar nicht mehr so üppig wie der erste, aber dennoch eine Zierde für das herbstliche Beet. Aber Achtung: Es gibt spät blühende Storchschnäbel, die jetzt auf keinen Fall geschnitten werden sollten. Denn sonst ist die Blüte futsch. Also immer erst nach der Blüte schneiden. Die spät blühenden Arten werden nach dem Schnitt aber keinen zweiten Flor mehr bilden, dazu ist es dann zu spät im Jahr.

Man kann die Pflanze im Herbst nach der zweiten Blüte erneut schneiden oder das auf das Frühjahr verschieben, damit die verdorrten Stängel einen gewissen Schutz für die Wurzeln im Winter bieten. Es gibt über 400 Arten der Storchschnäbel, und es kommen ständige weitere Neuzüchtungen dazu. Die meisten Arten sind ausdauernde, gesunde und pflegeleichte Stauden, die einige Jahre alt werden können.

Sie sind standorttreu, müssen also nicht wie andere Stauden regelmäßig durch Teilung verjüngt werden. Durch Teilung der Wurzelstöcke kann man sie aber leicht vermehren.

Nicht nur Storchschnäbel: Weitere Tipps aus unserer Gartenserie von Klaus Fischer:

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Rubriklistenbild: © Klaus Fischer

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