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Garten-Experte weiß: Warum es sich jetzt schon lohnt Blumen auszusäen

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Von: Klaus Fischer

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Einen wahren Farbenrausch bieten im Frühsommer die Zweijährigen Bartnelken und Wucherblumen.
Einen wahren Farbenrausch bieten im Frühsommer die Zweijährigen Bartnelken und Wucherblumen. © Fischer

Es wird höchste Zeit, dass wir uns Gedanken über die Gartengestaltung im nächsten Jahr machen. Da wird sich mancher Gartenfreund wundern, steht doch die diesjährige Gartensaison jetzt im Hochsommer im Zenit bei den Zier- und Nutzpflanzen.

Soest - Aber wer 2021 üppige Blütenpracht genießen will, sollte jetzt schon zur Samentüte greifen und die „Zweijährigen“ aussäen. Kurz zur Erläuterung: Neben den ausdauernden Gehölzen gibt es bei den krautigen Pflanzen, zu denen viele Blumen zählen, die Einjährigen, Zweijährigen und Stauden. Stauden sind ausdauernd und können teils viele Jahre alt werden. Bei Einjährigen erklärt der Name schon, dass sie nur eine Gartensaison überdauern. 

Zu ihnen zählen die Sommerblumen, die uns zumeist mit wundervoller Blütenpracht betören. Viele von ihnen stammen aus südlicheren Gefilden. Sie vermehren sich ausschließlich über Samen. Falls Sie eher Lust auf etwas Süßes haben: Das ist zu tun, wenn die Pflaumen reif für die Ernte sind.

Garten-Experte Klaus Fischer über Stauden und "Zweijährige"

Stauden überwintern teils wintergrün, die meisten aber durch ihre Wurzeln, Knollen, Rhizome, Zwiebeln und mehr. Perfekt für den Winter sind übrigens Amaryllis: Sie blühen hauptsächlich zu Weihnachten.

Bei den Zweijährigen bildet sich im ersten Jahr nach der Aussaat im Sommer fast immer erst einmal eine Blattrosette, beispielsweise beim Fingerhut, Muskateller-Salbei, Bartnelken, Wucherblumen und etlichen mehr. 

Je nach Härte des Winters überdauert diese oberirdisch (wintergrün) oder durch die Wurzel, um dann im zweiten Jahr einen teils beeindruckenden Blütenstand zu bilden. Sind dann später die Samen reif, stirbt die Pflanze ab, kann aber bei günstigen Verhältnissen, etwa bei Stockrosen oder auch dem Fingerhut, manchmal noch ein weiteres Jahr dranhängen.

Um "Zweijährige" im Garten muss man sich kaum Sorgen machen, weiß der Gartenexperte

Wer schon Zweijährige im Garten hat, weiß vermutlich aus Erfahrung, dass man sich um den Fortbestand dieser Arten kaum Sorgen machen muss. Denn sie säen sich zuverlässig selber auf. Fingerhüte wachsen plötzlich irgendwo anders, wo man sie gar nicht vermutet hätte. Stockrosen quellen aus knappsten Steinritzen hervor, und auch Stiefmütterchen oder Hornveilchen zwängen sich aus Pflasterfugen ans Licht. Der Nachteil: Wer seine Beete lieber selber farblich gestalten will, kann mit solchen Zufallsstandorten weniger anfangen. Dann sollte man besser zur Samentüte greifen oder den eigenen geernteten Samen gezielt aussäen

Der Fingerhut bildet im ersten Jahr eine Blattrosette, daneben die ebenfalls zweijährigen Stiefmütterchen und MuskatellerSalbei (rechts).
Der Fingerhut bildet im ersten Jahr eine Blattrosette, daneben die ebenfalls zweijährigen Stiefmütterchen und MuskatellerSalbei (rechts). © Fischer

Einfacher ist es, wenn wir in Pflanzschalen oder Töpfe aussäen und später die Jungpflanzen an den Ort in die Erde bringen, wo wir sie gerne haben wollen. Natürlich gelingt die Aussaat auch direkt ins Beet. Aber dann muss man beim Unkrautjäten sehr gut aufpassen, um nicht die Keimlinge der Zweijährigen mit zu entfernen. 

Zu den Zweijährigen gehören nachfolgende Pflanzen: Fingerhut, Königskerze, Stockrose, Nachtkerze, Nachtviole, Muskateller-Salbei, Kardendistel, Fenchel, Goldlack, Löwenmäulchen, Landnelken, Bartnelken, einige Glockenblumen, Stiefmütterchen, Hornveilchen, Vergissmeinnicht, Primel, Bellis (Tausendschön, Gänseblümchen), Akelei. 

Garten-Experte erinnert: Immer gut gießen!

Wir können den Samen auch selber ernten und ausbringen, wenn wir schon Zweijährige im Garten haben. Natürlich kann man im Frühjahr und später „fertige“ Zweijährige auch in den Gärtnereien kaufen, wenn man sich die Mühe der Aussaat nicht machen möchte. Die hat allerdings den Vorteil, dass man sich Samen von Sorten beschaffen kann, die üblicherweise im Handel nicht angeboten werden. 

Wichtig ist, darauf zu achten, dass unsere Aussaat nicht austrocknet, was im Hochsommer leicht passieren kann. Also immer gut gießen und gegebenenfalls vor der Mittagssonne abdecken.

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Manchmal ist übrigens auch Vorsicht geboten, denn Zierpflanzen können auch zur Plage werden, wie Garten-Experte Klaus Fischer weiß. Wer gerne eigene Tomaten erntet, kennt dieses Problem möglicherweise: Braunfäule. Auch dazu weiß Fischer Rat. Unterdessen nimmt Ambrosia Allergikern den Atem. Die Pflanze breitet sich immer weiter aus. Bayern ist bereits stark betroffen, nun ist das Kraut auch in NRW auf dem Vormarsch. Besondere Pflege brauchen Hortensien, denn die schicken Pflanzen sind sehr empfindlich. Beim Kampf gegen Maulwürfe im Garten muss man vorsichtig sein - die Tiere stehen unter Naturschutz

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