Gartenserie mit Klaus Fischer

Wenn Tomaten an Braunfäule leiden - Klaus Fischer weiß Rat

Um Tomaten vor der Braunfäule zu schützen, sollte man die untersten zwei, drei Blätter entfernen.
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Um Tomaten vor der Braunfäule zu schützen, sollte man die untersten zwei, drei Blätter entfernen.

Diesen Pilz will niemand im Garten haben. Die Braunfäule kann die Tomaten- oder Kartoffelernte ganz schön vermiesen. Unser Gärtner Klaus Fischer weiß aber, wie man die Pflanzen retten kann.

  • Tomaten leiden unter dem feuchtkalten Wetter.
  • Auch die Braunfäule - eine Pilzinfektion - setzt ihnen zu.
  • Die Infektion befällt erst Blätter, dann die Stengel und schließlich die Früchte.

Soest – Nachdem die beiden vergangenen Jahre uns Sommer mit extremer Hitze und Dürre gebracht haben, erleben wir diesmal bislang einen ganz typisch westfälischen Sommer: Auf einige warme Sonnentage folgen Gewitter, unbeständiges feuchtkaltes Wetter, immer wieder Regenfälle und teils recht kühle Tage. Für Tomaten ist dieses feuchtkalte Wetter Gift, denn neben der fehlenden Wärme werden sie von ihrem ärgsten Feind bedroht, der Braunfäule.

Dabei handelt es sich um eine Pilzinfektion, die hauptsächlich durch Regentropfen übertragen wird und auch Kartoffeln befällt. Innerhalb weniger Tage werden erst von unten einzelne Blätter braunfleckig, danach die Stängel und schließlich die Früchte. Bei Kartoffeln dauert es etwas länger, bis auch die Knollen im Boden befallen werden. 

Niedriger Möhne-Pegel: Ufer wird zur Muschel-Landschaft

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Gartenserie mit Klaus Fischer: Früchte werden ungenießbar 

Sind die Pflanzen großflächig befallen, bleibt uns nichts anderes übrig, als sie zu entsorgen, aber bitte nicht auf dem eigenen Kompost. Die Früchte und Knollen werden durch Braunfäule ungenießbar. Der beste Schutz der Tomaten gegen Braunfäule ist, sie im Gewächshaus anzubauen oder regengeschützt an einer Südwand des Hauses. Ist das nicht möglich, dann sollten wir beizeiten der Pflanze eine Tomatenhaube überziehen, das ist eine lange spezielle Kunststofftüte, die es im Fachhandel gibt. Sie schützt die Tomate vor dem Regen. Beim Gießen sollten wir immer nur direkt den Boden gießen, auf keinen Fall die Blätter befeuchten, und vorbeugend die untersten Blätter entfernen, etwa 40 Zentimeter hoch – mehr aber nicht. 

Ich habe in diesen Tagen mehrmals Tomatenpflanzen gesehen, bei denen die Hobbygärtner alle Blätter bis auf das oberste entfernt haben. Eine derart verstümmelte Pflanze kann keine vernünftige Ernte mehr hervorbringen, braucht sie doch die Blätter zur Ernährung der Früchte

Aber Achtung, wir müssen die Tomatenhaube bei schönem, trockenen Wetter immer wieder hochkrempeln, damit die Blüten für Bienen und besonders Hummeln, die besten Bestäuber, zugänglich bleiben. Sonst gibt es keine Früchte. Ersatzweise können wir mehrmals täglich die ganze selbstfruchtende Pflanze rütteln, damit der Blütenstaub auf die Nabe fällt. 

Gartenserie mit Klaus Fischer: Blätter sofort abschneiden

Haben wir an den unteren Blättern Braunfäule festgestellt, sollten wir diese sofort abschneiden und entsorgen. Vielleicht können wir so die Pflanze noch retten. Bei Kartoffeln funktioniert das nicht. Vorbeugend könnte man die Gewächse mit einem Fungizid einsprühen, für mich allerdings keine Option. 

Ist erst einmal die Braunfäule in der Pflanze, dann sollten wir sofort zur Ernte schreiten, das kranke Kraut komplett entfernen und die Knollen aus dem Boden holen, bevor sie sich mit dem Pilz infizieren - auch wenn der Ernteertrag womöglich deswegen etwas schmaler ausfällt. Auch der Kopfkohl bedarf bei diesem Wetter unserer Aufmerksamkeit. Wenn wir frühe Kohlsorten von Spitzkohl, Weißkohl und Wirsing angebaut haben, dann besteht nach einem Regentag die Gefahr, dass die Köpfe platzen. 

Bei dem letzten, noch nicht geernteten Spitzkohl in meinem Garten ist es mir auch passiert. Platzt der Kopf auf, dann ist er nicht mehr lagerfähig und muss schnell verbraucht werden. Jetzt ist auch die Zeit, neuen Kohl anzubauen, und zwar Grünkohl, den man als Jungpflanzen kaufen kann, Pak Choi, Chinakohl, den wir noch aussäen können, und Brokkoli. Auch vorgezogener Winterporree kommt in den Boden. Diese Gemüsearten werden dann später im Herbst bis in den Winter hinein geerntet.

Klaus Fischer weiß Rat: In unserer Serie gibt der Garten-Experte Tipps für alle Fälle. So erklärt er etwa, wie man "kopfloses" Gemüse wie Gurken und Tomaten wieder zum Wachsen bringen kann. Auch warnt der Gärtner vor Zierpflanzen, die zur Plage werden können. Dazu zählen auch allerlei Unkraut und Wildkraut. Und Achtung: Ambrosia ist auf dem Vormarsch - kommt das Allergiker-Kraut von Bayern jetzt auch nach NRW?

Und auch wenn sich auf den Blättern eine weiße Schicht bildet, deutet das laut Garten-Experte auf Mehltau hin. Gegen den Pilz empfiehlt er einige Hausmittel. Beim Kampf gegen Maulwürfe im Garten muss man vorsichtig sein - die Tiere stehen unter Naturschutz. Und wer seine Beete vorbereiten will, kommt ums Mulchen nicht herum. Doch was eignet sich dazu am besten?

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