Gartenserie

Pflanzen im Frühling: Begonien brauchen noch Schutz

Ein Hauch von Frühling weht durchs Land. Endlich, wird mancher seufzen und will auch gleich loslegen, vor allem mit Blumenschmuck, um Farbe ins Leben zu bringen. Aber das ist noch viel zu früh, zumindest was die kälteempfindlichen Pflanzen angeht. 

Soest - Von denen blühen und gedeihen in unseren Gärten, Kübeln und Balkonkästen sehr viele, und eine kalte Nacht kann ihnen schnell ein vorzeitiges Ende bereiten.

Wir sollten deshalb mit dem Bepflanzen der Balkonkästen und Blumenbeete mit Geranien, Petunien, Fuchsien und wie sonst die vielen Wärme liebenden Schönheiten heißen, warten bis in die zweite Aprilhälfte. Und auch dann müssen wir immer noch ein wachsames Auge auf die Pflanzen haben, denn bis Mitte Mai drohen erfahrungsgemäß immer noch Nachtfröste (Eisheilige).

Balkon- und Gartenblumen vorziehen

Aber wir können jetzt dennoch schon aktiv werden und dem Frühling ein wenig auf die Sprünge helfen. Das Zauberwort heißt verfrühen. Das ist eine Methode, um Gewächsen, die mit Knollen, Rhizomen und anderen unterirdischen Speicherorganen, die frostfrei gelagert werden, unseren Winter überstehen. Das sind in erster Linie Dahlien, Knollenbegonien, Canna, Calla und diverse andere Pflanzen. Derzeit werden sie im Handel reichlich angeboten.

Blick in das Winterlager

Vielleicht besitzen wir aber schon diese Gewächse, haben sie rechtzeitig im Herbst ausgegraben und im Keller oder der frostfreien Garage überwintert. Schauen wir im Winterlager nach, dann entdecken wir sicher schon grüne Triebspitzen. All diese Wurzelorgane sollten wir jetzt verfrühen, wenn wir schon Ende Mai oder im Juni erste Blüten sehen wollen.

Egal ob gekauft (links) oder überwintert (rechts oben), Begonien, Dahlien, Calla, Canna und Co können jetzt vorgezogen werden. Deutlich ist bei der Begonienknolle in der Hand die Delle zu erkennen. Sie kommt nach oben. Die überwinterten Knollen treiben teils schon kräftig Triebe (grün Calla, rot Begonie).

Wir benötigen dazu gute Garten- oder Blumenerde, Sand und diverse Kisten, Kübel oder andere Behältnisse. Erde und Sand mischen wir, damit der Boden leichter und durchlässiger wird. Damit befüllen wir die Kisten etwa fünf Zentimeter hoch und setzen die Knollen mit gutem Abstand zueinander hinein, damit wir sie später, wenn sie in ihr endgültiges Blumengefäß oder Beet kommen, leicht trennen können. Haben wir verschiedene Sorten und Farbschläge, dann dürfen wir die Kennzeichnung nicht vergessen.

Bei Knollenbegonien müssen wir allerdings gut aufpassen, damit wir sie richtig herum einpflanzen. Oben muss immer oben bleiben. Die Oberseite erkennen wir in der Regel an einer Eindellung in der Mitte, während die Unterseite rundlich ist. Hier wachsen die Wurzeln aus den Knollen heraus. Bei Dahlien ist oben und unten leichter zu unterscheiden, in der Regel sehen wir immer noch den alten Triebansatz, der natürlich nach oben kommt.

Dahlien komme erst ins Wasser

Die Kiste mit den Knollenbegonien füllen wir dann mit unserer Erdmischung auf, so dass die Oberseite noch zu erkennen ist. Dahlien können ganz bedeckt werden. Dann gießen wir alles vorsichtig an. Die Erde sollte nur feucht sein, nicht triefend nass, damit keine Fäulnis entsteht. Große Dahlienknollen treiben wir besser in einem Eimer oder Kübel vor. Hilfreich ist auch, wenn wir die Dahlienknollen einige Stunden wässern, damit sie sich richtig vollsaugen können.

Die Antriebskisten sollten hell und nicht zu kühl stehen, denn die Knollen fangen erst dann richtig an zu wachsen, wenn es ausreichend warm ist, etwa 15 Grad Celsius sollten es schon sein. Zimmertemperaturen schaden nicht. In den nächsten zwei, drei Wochen sollten die Pflanzen schon Triebe und Blätter bilden. In der zweiten Aprilhälfte müssen wir dann die jungen Pflanzen abhärten. Wir stellen sie auf den Balkon oder die Terrasse, aber nicht in die pralle Sonne. Denn die vertragen sie anfangs genauso wenig wie Frost.

Nach den Eisheiligen finden dann die vorgetriebenen Pflanzen ihren endgültigen Platz im Garten oder in Kästen und Kübeln. Dabei sollten wir sehr vorsichtig ans Werk gehen, um die neuen Wurzeln und frischen Triebe nicht zu beschädigen. Ins Pflanzloch kommt eine Portion Kompost, bei Kübeln und Balkonkästen empfiehlt sich auch ein Langzeitdünger. So vorbereitet, werden uns dann die Blumen bis zum Herbst mit ihrer Blütenpracht verwöhnen.

Rubriklistenbild: © Klaus Fischer

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