Wehr-Chef mit wichtigem Appell

Gartenhütte brennt - doch die Feuerwehr kann nicht sofort löschen: Falschparker sorgen für Probleme

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Sogar für den Einsatzleitwagen - ein Mercedes Sprinter - wurde es eng. Für die großen Löschfahrzeuge der Feuerwehr gab es an anderer Stelle gar kein Durchkommen mehr. Ein Schild musste zur Seite gebogen werden. Dieses Foto entstand nach dem Einsatz. Auf dem Weg zur Einsatzstelle sei es noch enger gewesen.

Soest - Die Feuerwehr Soest musste in der Nacht zu Dienstag ein in Vollbrand stehendes Gartenhaus löschen. Doch bis überhaupt der erste Tropfen Löschwasser in die Flammen geschossen werden konnte, sorgten gefährlich schlecht geparkte Autos für große Probleme.

Es ist mitten in der Nacht zu Dienstag, 1.49 Uhr: Die Einsatzkräfte beider Innenstadtzüge der Feuerwehr Soest werden von ihren Funkmeldern aus dem Schlaf gerissen. "Brennt Gartenhaus", lautet die kurze Meldung auf den Melder-Displays. 

Die Feuerwehrleute springen aus ihren Betten, ziehen sich hastig etwas an, manche setzen sich im Schlafanzug hinters Steuer und eilen zur Feuerwache am Florianweg. Dort streifen sie ihre Schutzkleidung über und besetzen insgesamt neun Einsatzfahrzeuge. Vier von ihnen - zwei Löschfahrzeuge, Drehleiter und Rüstwagen - sind große Lkw von 14,5 bis 16 Tonnen Gewicht. 

Flammen lodern - unklar, ob Menschen in Gefahr schweben

Mit Blaulicht und Martinshorn eilt die Feuerwehr über die etwas mehr als einen Kilometer lange Strecke zum Einsatzort im Bereich Schlesische Straße/Reichenbacher Weg. Bereits aus der Entfernung ist der Flammenschein sichtbar. Zu diesem Zeitpunkt ist noch unklar, ob sich möglicherweise noch Personen in der Gartenhütte aufhalten.

Plötzlich müssen die Fahrzeuge der Feuerwehr stehen bleiben. Es geht nicht weiter. An den ohnehin engen Straßen hatten viele Autofahrer ihre Fahrzeuge so weit zur Fahrbahnmitte hin geparkt, dass es selbst mit den kleineren Einsatzfahrzeugen schwierig war, durchzukommen. Bei den großen Löschfahrzeugen und der Drehleiter war dann Schluss. 

Die geparkten Autos machten es der Feuerwehr in der Nacht zur Dienstag schwer.

"Insgesamt war die Parksituation da sehr chaotisch. Die Autofahrer haben beim Parken einfach nicht darauf geachtet, dass auch ein Lkw - und zwar einer von der Feuerwehr - da noch durchpassen musst", schilderte Soest Wehrleiter Jürgen Wirth seine Eindrücke. 

Ein Falschparker hatte sein Auto so nah an einer Kreuzung geparkt, dass die Feuerwehr ein Straßenschild zur Seite biegen musste, um weiterzukommen.

Einer der Gründe für das Park-Problem

Einer der Gründe für die Falschparkerei liegt laut Jürgen Wirth auf der Hand: "An vielen Stellen ist die Hecke nicht weit genug zurück geschnitten. Dadurch werden die Autos automatisch weiter zur Fahrbahnmitte geparkt."

Sein Appell ist eindeutig: "Alle Autofahrer sollten beim Parken immer daran denken, dass die Feuerwehr da jederzeit vorbeikommen muss. Da kann ihr eigenes Leben dran hängen."

Falschparker tauchen im Polizei-Protokoll auf

Auch bei der Polizei wurde die Parksituation registriert: Im Einsatz-Protokoll ist von "mehreren Fahrzeugen", die die Feuerwehr bei der Anfahrt zum Einsatzort behinderten, die Rede. Die Fälle wurden zur Anzeige gebracht.

Als die Feuerwehr sich den Weg schließlich freigebahnt hatte, konnte sie ihre eigentliche Arbeit angehen: die Brandbekämpfung. Die etwa 5 mal 5 Meter große Gartenhütte stand in Vollbrand, das Feuer breitete sich bereits auf in der Nähe stehende Bäume aus.

Gartenhaus brennt vollständig ab

Umgehend wurden zwei Trupps unter schwerem Atemschutz zur Brandbekämpfung eingesetzt. Mit zwei C-Rohren konnte das Feuer schnell gelöscht werden. Das Gartenhaus ist dennoch vollständig abgebrannt", schilderte Feuerwehrsprecher Kai Weets.

Die Polizei beschlagnahmte den Brandort. Die Kriminalpolizei nimmt nun die Ermittlungen auf. Nach ersten Einschätzungen könnte es sich um Brandstiftung handeln. 

Der Schaden wird auf 2.000 Euro geschätzt. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 02921/91000 zu melden.

Lesen Sie auch: Erst vor wenigen Monaten hatte es einen ähnlichen Fall in Warstein gegeben. Auch dort kam die Feuerwehr nicht sofort durch, weil Falschparker und Schaulustige die Einsatzkräfte behinderten.

Nur knapp einem Monat zuvor hatte es Probleme für die Feuerwehr beim Osterfeuer in Warstein-Belecke gegeben: Ein Autofahrer hatte einen Hydranten zugeparkt.

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