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Garten winterfest machen: Wann starten? Experte gibt Tipps

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Von: Klaus Fischer

Der Herbst lässt dieses Jahr nicht auf sich warten. Zeit, den Garten auf den Winter vorzubereiten, rät Gartenexperte Klaus Fischer.

Soest – Deutlich früher als in den vergangenen Jahren hat sich der Herbst gemeldet. Die Nachttemperaturen waren jetzt nicht mehr weit vom Gefrierpunkt entfernt. Das Laub fällt schon von den Bäumen. Wir hatten Jahre, in denen der Laubfall erst im November begann. Diesmal ist alles deutlich früher, zumindest was den Beginn der kalten Jahreszeit betrifft. Also müssen wir uns im Garten allmählich auf den Winter vorbereiten.

JahreszeitHerbst
Beginn (astronomisch)22./23. September
Ende21./22. Dezember

Garten winterfest machen: Wann starten? Experte gibt Tipps

Als erstes erhebt sich die Frage, ob wir jetzt schon die empfindlichen Knollen der Wärme liebenden Gartenschönheiten wie Dahlien, Gladiolen, Canna und Calla aus dem Boden nehmen und in den Keller bringen. Ich warte damit so lange, bis der erste Frost die oberirdischen Teile hinweggerafft hat.

Die empfindlichen Dahlien werde ich auf jeden Fall im Keller überwintern. Bei den anderen Knollen überlege ich mir aber, ob ich sie im Boden lasse und durch eine Abdeckung aus Fichtenreisern, Laub und Erde vor strengen Frösten schütze. Gartenfreunde haben mir berichtet, dass sie ihre Canna schon seit drei Jahren nicht mehr im Winter ins Haus holen und die Pflanzen es ihnen mit üppigem Wachstum danken.

Garten winterfest machen: Schneeschicht schützte Knollen im Boden

Bei mir hat eine vergessene Canna ebenso den Winter überstanden wie die meisten Calla, Gladiolen, Agapanthus (afrikanische Schmucklilie) und Crocosmien (Montbretien). Sogar eine vergessene Dahlie hat im Sommer wieder ausgetrieben. Allerdings hatten all diese Knollen im Winter auch einen guten Schutz durch die hohe Schneeschicht, die den starken Frost im Februar von ihnen fern gehalten hat. Sollten wir im kommenden Winter über längere Zeit starke Kahlfröste haben, dann steht es allerdings nicht so gut um die Knollen im Boden.

Übrigens ist es im Herbst meist nicht nötig, den Boden im Garten zu düngen*. Denn das würde die falschen Signale an die Pflanzen senden und zu Erntemisserfolgen führen, weiß 24garten.de*.

Im Gegensatz zu diesen empfindlichen Gewächsen ist jetzt die Zeit gekommen, sich um die Frühjahrsblüher zu kümmern. In den Gärtnereien und Läden werden zurzeit jede Menge Zwiebeln angeboten für Tulpen, Krokus, Narzissen, Hyazinthen und etliche Gewächse mehr. Sie kommen jetzt in den Boden. Bis zum Jahresende ist es noch ohne Probleme möglich, solche Zwiebeln zu setzen.

Garten winterfest machen: Vor dem Kauf der Zwiebeln planen

Bevor wir losziehen und Zwiebeln einkaufen, sollten wir uns aber einen Plan machen, was wir im Frühjahr haben wollen. Besonders um die Farbauswahl sollten wir uns Gedanken machen und nicht einfach aufs Geratewohl einkaufen. Besonders bei den Tulpen macht die überlegte Farbauswahl sehr viel aus bei der späteren Wirkung.

Die beste Wirkung erzielt man, wenn man immer Gruppen von Pflanzen einer Farbe pflanzt, sodass sich eine größere Farbfläche ergibt. Mehrere Pflanzgruppen stimmt man aufeinander ab, entweder Ton in Ton oder aus dem benachbarten Farbspektrum auf dem Farbkreis.

Wer es lieber schrill und effektvoll mag, der kann auch Komplementärfarben miteinander kombinieren. Pflanzt man aber Blumen unterschiedlichster Farben wild durcheinander, so wird das Ergebnis ziemlich unruhig wirken. Vor lauter Buntheit weiß das Auge nicht mehr, wohin es blicken soll – das Blumenbeet wirkt völlig strukturlos.

Gartenexperte rät: Bei Tulpen ist weniger mehr

Gerade bei Tulpen spielt auch die Blütenform eine große Rolle von den ganz einfachen bis hin zu den exotisch wirkenden Regenbogen- und Papageientulpen. Auch hier gilt, dass weniger mehr ist. Setzen wir nur Papageientulpen, so verliert sich der exotische Effekt sehr schnell.

Zierlauch ist eine besondere Zwiebelpflanze. Sie schiebt erst ihr Laub, dass bei den großen Sorten wie Allium Globemaster sehr üppig sein kann und viel Platz beansprucht. Wenn das Laub im Frühling dann allmählich welk wird, kommt erst der lange Blütenschaft hervor, der an der Spitze eine meist lilafarbene Blütenkugel trägt. Während das Laub im Sommer verschwunden ist, überdauert der Blütenschaft mit den Samen meist bis zum Herbstanfang und bildet ein augenfälliges vertikales Strukturelement in unseren Beeten.

Allium bildet im Laufe der Saison mehrere Tochterzwiebeln. Ich habe diese jetzt ausgegraben, getrennt und neu verpflanzt. Aus zwei im vergangenen Herbst gesetzten Globemaster wurden somit zehn neue Pflanzen. Wer seine Pflanzen jetzt optimal auf Herbst und Winter vorbereitet*, hat im nächsten Frühjahr besonders viel Freude an seinem Garten, weiß auch merkur.de*.

Gartenexperte Klaus Fischer hat in unserer Gartenserie viele weitere Tipps für Gärtner parat. *24garten.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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