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Der Herbst ist da: Was ist im Garten noch unbedingt zu tun? - Ein Experte gibt Tipps

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Von: Klaus Fischer

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Ende September gibt es jede Menge Arbeit im Garten. Wir sollten das schöne ruhige Herbstwetter dazu nutzen. 

Soest - Die letzten Birnen werden noch geerntet, während die Pflaumenernte abgeschlossen ist. Bei den Äpfeln ist jetzt der Höhepunkt der Erntezeit erreicht. Die Äpfel, die jetzt geerntet werden, sind besonders aromatisch und süß. Wir können sie frisch verzehren oder verarbeiten zu Kompott, Marmelade, Saft und Gelee. Natürlich munden sie uns auch besonders im Apfelpfannkuchen, als Bratapfel und süßer Auflauf oder als Kuchen. Apfelmus und Apfelkraut sind weitere Möglichkeiten, die Lieblingsfrucht der Deutschen zu nutzen. Nicht zuletzt kann man auch noch Wein, Cidre und sogar Likör davon machen. Die späteren Sorten, die jetzt noch hängen, werden später vorzugsweise für den Winter eingelagert.

JahreszeitHerbst
Beginn (astronomisch)22./23. September
Ende21./22. Dezember

Garten-Arbeit im Herbst: Probleme mit Pilzbefall

In diesem Jahr gab es wegen der vorherrschenden feucht-kühlen Witterung große Probleme mit Pilzbefall beim Obst. Äpfel haben besonders unter Schorf gelitten, und Monilia (Spitzendürre und Fruchtfäule) befällt fast alle Obstsorten. Da wir im Hausgarten in der Regel auf den Einsatz von chemischen Spritzmitteln verzichten, haben wir nur wenige Möglichkeiten, gegen den Befall etwas zu unternehmen. Allerdings können wir etwas tun, um in der nächsten Saison nicht so große Last mit diesen Pilzinfektionen zu haben.

Fallobst sollten wir, soweit wir es nicht mehr verwerten wollen oder können, möglichst rasch aufsammeln und entsorgen, am besten in der grünen Tonne. Dabei sollten wir möglichst gründlich den Rasen absuchen, denn die Pilze überwintern in diesem Fallobst. Deshalb sollten wir auch alle Fruchtmumien aus den Bäumen entfernen, das sind verfaulte und vertrocknete Früchte, die hängen geblieben und meistens ziemlich schwer zu pflücken sind.

Garten-Arbeit im Herbst: Pilze überwintern im Fallobst

Jungen Obstbäumen, die noch eine empfindliche Rinde haben, können wir jetzt einen weißen Anstrich am Stamm verpassen, um Frostrissen im Winter vorzubeugen. Wir können die weiße Baumfarbe im Handel kaufen oder auch selber anmischen. Dazu nimmt man vier Liter Wasser, ein Kilo Branntkalk und 0,5 Liter Tapetenkleister, verrührt alles gründlich und weißelt damit die Stämme. Der Kleister gibt der weißen Farbe den nötigen Halt auf der Rinde.

Gartenserie Klaus Fischer
Ein typisches Bild in diesem Herbst: Ein Apfel ist schon am Baum verfault, er hat Monilia. Zwei Äpfel haben Schorf. Sie können aber bedenkenlos verzehrt werden. Durch Schälen kann man den Pilz weitgehend entfernen. © Fischer

Unser Rasen bekommt jetzt seine Herbstkur. Wie schon im Frühjahr vertikutieren wir gründlich. Das ausgekämmte Material eignet sich gut zum Mulchen in den Beeten. Kahle Stellen können wir jetzt noch mit Rasensamen einsäen, es gibt dafür im Handel sogenannte Reparatursets zu kaufen. Dann bekommt er noch seine spezielle Herbstdüngung (beim Kauf auf diese Bezeichnung achten) und ist damit für den Winter gerüstet. Gemäht wird er allerdings noch so lange, wie er wächst, das kann je nach Witterung bis weit in den November sein. Mählänge etwa fünf Zentimeter, nicht kürzer, weil er sonst bei Schneelage Schaden nehmen könnte.

Garten-Arbeit im Herbst: Kur für den Rasen

Wer Obstgehölze hat, rüstet sich jetzt für den Schnitt. Wir beginnen mit den Beerensträuchern. Sie werden geschnitten, wenn alle Blätter gefallen sind. Bei Himbeeren werden die abgetragenen trockenen Ruten komplett herunter geschnitten. Im Laufe des Sommers sind die neuen Ruten gewachsen, die im kommenden Jahr die Früchte bringen. Wir binden sie jetzt an unserem Spalier fest in lockerer Folge, nicht zu dicht. Bei den Himbeeren entfernen wir die kleinen, schwachen Ruten. Sie bringen kaum Früchte und verdichten nur unnötig den Bestand. Die Ruten sollten so frei stehen, dass sie nach Regen durch den Wind schnell abtrocknen können. Ansonsten bieten zu dichte Bestände Schadpilzen wie etwa der gefürchteten Rutenkrankheit nur unnötig gute Lebensbedingungen.

Die anderen Beerensträucher (Johannisbeere, Stachelbeere, Josta, Aronia und andere) werden durch den Schnitt verjüngt, indem wir alte Triebe komplett herausnehmen. Auch hier gilt, dass die Sträucher möglichst offen sein sollen, damit sie schnell abtrocknen können.

Garten-Arbeit im Herbst: Beerensträucher werden geschnitten

Mit dem Schnitt der Obstbäume können wir uns noch Zeit lassen. Die beste Zeit dafür ist im Februar. Wer allerdings viele Bäume zu schneiden hat, kann jetzt nach dem Laubfall damit schon beginnen. Geschnitten werden Obstbäume in der kalten Jahreszeit, bis die Knospen anfangen zu schwellen. Es sollte allerdings frostfrei sein, wenn wir schneiden.

Gartenexperte Klaus Fischer hat in unserer Gartenserie viele weitere Tipps für Gärtner parat.

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