Gartenserie mit Klaus Fischer

Tipps für den Garten im April: Das Wetter hat seine Tücken - das rät der Experte

Der April macht, was er will. In diesem Jahr lässt der Monat nichts aus an Wetterkapriolen. Für den Garten sind das kritische Tage. Garten-Experte Klaus Fischer gibt Tipps.

Soest - Das Wetter im April ist wechselhaft. Da es seit Tagen sehr kalt ist, verharren die Pflanzen im Garten sozusagen in den Startlöchern. Kommt dann für etwas länger die Sonne raus und werden die Temperaturen zweistellig, dann „explodiert“ das Pflanzenleben förmlich. Und genau das ist gefährlich, besonders für unsere Obstgehölze.

MonatApril
Anzahl der Tage30
FrüherLauning, Grasmond, Ostermond, Ostermonat, Wandelmonat

Denn die starten sofort mit ihrer Blüte. Als erste sind die Schlehen dran, dann folgen weitere Steinobstarten: Pflaume, Mirabelle, Reneclaude und Kirschen. Als nächste öffnen die Birnen ihre Blüten, und schließlich kommen die Äpfel an die Reihe, unsere wichtigste Obstart.

Aprilwetter mit Frost im Garten: Blüten von Obstbäumen sind empfindlich

Die Blüten sind sehr frostempfindlich, sobald sie sich geöffnet haben. Erst wenn sie befruchtet wurden und der Pollen bereits in den Fruchtknoten gewandert ist, sind sie nicht mehr ganz so empfindlich. In den vergangenen Jahren gab es mehrmals große Schäden während der Obstbaumblüte durch Nachtfröste. Die Folge ist ein starker Rückgang bei den Ernteergebnissen – und damit steigen im Herbst auch die Preise für Äpfel und Birnen.

Im Stadtkern ist die Frostgefahr nicht ganz so groß, weil dort die Temperaturen etwas höher sind als auf dem Lande. Aber auch dort ist man nicht vor Spätfrösten gefeit. Und bis Ende April soll das kalte Wetter weiter gehen, meinen die Meteorologen.

In unserem privaten Garten können wir aber versuchen, die Pflanzen vor dem Frost zu schützen. Am schwierigsten wird das bei Obsthochstämmen, weil wir sie kaum in Vlies einhüllen können. Aber die kleineren Viertelstämme, Obstbüsche, Spaliergewächse oder Säulenbäume, die drei Meter Höhe kaum übersteigen, können von uns eingepackt werden in Vlies.

Die im Herbst gepflanzten Apfelsäulenbäumchen, deren Knospen schon dick angeschwollen sind, wurden als Schutz vor den angekündigten Frostnächten mit Vließ eingehüllt. Dahinter das im Winter errichtete Paletten-Hochbeet, das inzwischen verfüllt und dessen seitliche Blumenkästen mit frostverträglichen Hornveilchen, Stiefmütterchen und Bellis bepflanzt wurden.

Das reicht bei Tiefsttemperaturen von 0 oder minus 1 Grad aus, damit kein Schaden entsteht. Sinken die Minusgrade aber weiter ab, beispielsweise auf – 5 Grad, dann hilft auch die Vlieshülle nicht mehr.

Frost im April: Tipps für den Garten - Wetterbericht im Auge behalten

Die Profis übrigens zünden in ihren Plantagen bei Frostgefahr Feuer an, stellen riesige Ventilatoren auf oder vereisen die Blüte, spektakulär im Alten Land oder in Südtirol zu bestaunen. In unseren Privatgärten können wir so etwas natürlich nicht.

Wer einen Garten hat, sollte sich angewöhnen, mehrmals täglich den Wetterbericht zu studieren, den es im Internet sehr ausführlich gibt. Gerade im April kann das für das spätere Ernteergebnis sehr wichtig sein, wenn wir rechtzeitig reagieren können.

Ein Auge sollten wir ebenfalls auf unsere Erdebeerpflanzen haben. Denn auch ihre Blüte, die in geschützten Lagen jetzt bereits beginnt, kann absolut keinen Frost ab. Auch hier ist das Mittel der Wahl die Abdeckung mit Vlies. In jedem Fall müssen wir die Vlieshülle windfest machen.

Typisch für das Aprilwetter sind die sonnigen Phasen, die innerhalb weniger Sekunden auf einen Hagelschauer folgen. Halten diese sonnigen Abschnitte länger an, beginnen sofort die Bienen auszuschwärmen, um die Blüten zu besuchen und damit zu befruchten. Wir müssen also nicht nur nachts die kleinen Bäume einpacken, sondern tagsüber auch wieder auspacken für den Bienen- und Hummelflug – zugegeben etwas Arbeit. Aber wir werden dafür im Herbst durch eine gute Ernte belohnt.

Aprilwetter im Garten: Geduld mit Auspflanzung

Zurückhalten sollten wir uns mit dem Auspflanzen von Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini, Kürbissen, Geranien, Petunien, Fuchsien und den vielen anderen frostempfindlichen Gewächsen. Leider gibt es in jedem Jahr ungeduldige Hobbygärtner, die viel zu früh diese „Sonnenanbeter“ ins Freie bringen. Auch in diesem Jahr habe ich schon wieder einige erfrorene Tomaten und Petunien entdeckt – schade um die Pflanzen und das Geld.

Keine Eile müssen wir auch bei der Aussaat der vielen Sommerblüher haben, auch wenn bei vielen auf der Samentüte der April als Aussaatmonat angegeben wird. Die meisten Samen benötigen zum Keimen eine gewisse Bodentemperatur, die für viele mindestens + 8 Grad beträgt. Davon sind wir derzeit aber noch weit entfernt. Der früh ausgebrachte Samen erfriert zwar nicht. Aber es gibt viele Liebhaber für die Körner, und bei nassem kalten Wetter besteht außerdem die Gefahr, dass die Saat verfault.

Die Verluste werden also größer, und wir haben keinen Vorteil einer frühen Aussaat, weil später in erwärmten Boden ausgebrachter Samen von Anfang an ein ganz anderes Tempo vorlegt und die frühe Saat bald einholt. Alternativ können wir aber im Haus auf der Fensterbank die Sommerblüher schon vorziehen.

Der strenge Frost Ende Februar hat verheerende Schäden im Garten angerichtet - die Rosen sind tot und müssen neu gepflanzt werden. Der Garten-Experte Klaus Fischer weiß, was zu tun ist. Nach Frostnächten im Frühjahr können Hortensien stark leiden, berichtet 24garten.de*. Mit einem einfachen Trick können Gärtner testen*, ob die Pflanze noch lebt. - *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Klaus Fischer

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