Comedy-Nacht in Soest

Voller Erfolg in fünf Lokalen: Erste Komische Nacht in Soest

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Juri von Stavenhagen war einer der fünf Spaßmacher, die bei der ersten Komischen Nacht in Soest die Besucher in den verschiedenen Cafés unterhielten.

Soest – Soest ist eine von 35 Städten, in denen es jetzt eine Komische Nacht gibt. Das Konzept dieser Comedy-Nacht ist eine Win-Win-Situation für alle: Die Zuschauer sitzen nah am Künstler. Nicht sie wechseln den Spielort, sondern die Komiker, die an fünf Orten das gleiche Set spielen. 

Jeder machte den „Eisbrecher“ Keiner muss alleine den „Eisbrecher“ machen, wie bei klassischen Mixed Shows: Jeder von ihnen muss um 19.30 Uhr der Erste sein. In den Pausen verdienen die Gastronomen am Verkauf von Speisen und Getränken. Am Dienstag ging die ersteComedy-Nacht in Soest über die Bühnen. 

19.30 Uhr, Café „Paradies“ im Stadtpark, 80 Gäste

Hier ist das Publikum am ältesten, im Schnitt oberhalb der 50. „Die Zuschauer suchen sich ja gezielt den Ort aus“, erzählt Juri von Stavenhagen vor seinem Auftritt. „In einem Irish Pub sitzen andere Leute als in einer piekfeinen Hotellounge“, hat er bei solchen Shows erfahren. 

20 Minuten spricht er über die Sprache der Rapper, über die Peinlichkeit des Klopapierkaufs oder die Legalisierung von Marihuana: „Ich bin dafür, denn meine Oma hat starke Schmerzen, und nur durch den täglichen Konsum von Marihuana ist mir das völlig egal.“ 

Eine Dame sitzt die ganze Zeit mit dem Rücken zu ihm, lacht nicht. Es wird jedoch nur einen Künstler geben, der nicht ein einziges Mal unter die Gürtellinie zielt: Hans Gerzlich. 

20.10 Uhr, Café Röstaroma, 45 Gäste

 „Lilli“ gönnt sich erst einmal noch einen Kaffee: „Ist der gut, ich glaube, dafür zieh’ ich nach Soest.“ 

Weit hätte es Lilli nicht. Ihr Schöpfer Guido Klode lebt in Kassel. Er ist einer von zwei Künstlern, die eine Sonderrolle einnehmen an diesem Abend. Klode ist eine Art Markus Krebs im Fummel, eine weibliche Kunstfigur, die aus ihrer Warte Witze erzählt. Guido Klode klettert auf den Tisch Manche mag man kennen, aber Klode erzählt mit so viel Charme und Temperament, dass man ihm die Wiederholung nicht übel nehmen kann.

Im Röstaroma steigt er auf den Tisch, bringt die Leute zum Mitsingen. Für jeden der fünf Orte hat er sich gesonderte Anspielungen überlegt, hier thematisiert er den Zusammenhang seines hohen Kaffeekonsums und seiner Inkontinenzwäsche. Das Publikum tobt. 

20.50 Uhr, „Alter Schlachthof“, 90 Gäste 

Don Clarke sollte sich dauerhaft ein Zimmer nehmen. Im November war er in Werl, vor einem Monat beim Berlin Comedy Club in Neuengeseke, am 24. Mai moderiert er in der Stadthalle „NightWash“. „In dem Beerdigungs-Café und in diesem ,Jetzt und Sofort’, nur Gesocks, aber Ihr? Schick, satt, ein bisschen betrunken.“ 

Der 63-jährige Brite kalauert über seine Leibesfülle und probt zum Schluss mit dem Publikum den Begrüßungsapplaus für den nächsten Künstler. Das hat Stil. 

21.30 Uhr, „Hier und Jetzt“ 55 Gäste

 Hans Gerzlich ist der andere, der sich abhebt, denn er tendiert zum Politkabarettisten. Es ist zwar nicht tiefgründig, Andrea Nahles nur als „Presswurst mit Tourette“ zu bezeichnen, aber zu mehr bleibt kaum Zeit. 

Die nutzt der Diplom-Ökonom für gut formulierte Pointen: „Bachelor gab es zu meiner Studienzeit auch schon, da nannte man das aber noch Hauptschulabschluss.“

22.10 Uhr, Sudhaus, 70 Gäste

Jochen Prang steht vor dem gleichen Problem wie seine Kollegen. Er steht auf der erhöhten Bühne recht weit entfernt vom Publikum und zudem fast im Dunkeln. Hier wäre beim nächsten Mal ein Scheinwerfer nötig.

Er erzählt von seinen verschiedenen früheren Jobs, seiner neuen Rolle als Vater und vom Prenzlauer Berg: „Dort sind alle laktoseintolerant. Da braucht man kein Pfefferspray, da reicht eine Spritzpistole voll Milch.“

22.45 Uhr, „Alter Schlachthof"

Alle Künstler sitzen beim Essen zusammen. Sie sind sich einig, der Abend war ein voller Erfolg. Auch der Veranstalter fasst bereits eine Neuauflage noch in diesem Jahr ins Auge, voraussichtlich am 24. September. 

Vorher, am 11. April,  gibt es noch die Premiere in Lippstadt – und im Gegensatz zu Soest ist die in der Nachbarstadt noch nicht ausverkauft.

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