Komparsen gesucht

3000 Soester spielen die Reformation nach

+
So voll wie hier auf dem Südlichen Petrikirchhof soll es auch wieder beim Filmdreh werden, allerdings auf der anderen Seite des Platzes.

Soest  Dr. Frieder Schütz und Klaus-Dieter Schmidt, wollen  für den zweiten Teil ihrer Dokumentation „Soest – Geschichte einer Stadt“ mit Menschen von heute das Szenario nachstellen, wie die Reformation nach Soest kam. Dafür brauchen sie am Samstag, 16. Februar, Komparsen.

Soest am 21. Dezember des Jahres 1531: Glocken läuten, Trommeln schlagen, auf dem Nördlichen Petrikirchplatz läuft eine aufgebrachte Menge von mehr als 3000 Soester zusammen und fordert lautstark die Herausgabe des Prädikanten, der gerade festgenommen wurde, als er die Kirche zum Predigen betrat. Am Abend dieses denkwürdigen Tages unterzeichnet der Rat zähneknirschend den „Bundbrief“ von aufständischen Schützen, Zünften und Bürgern. Die Reformation ist in Soest angekommen. 

Regisseur Dr. Frieder Schütz, Filmer Klaus-Dieter Schmidt, Schützenkommandeur  Thomas Carls, Pfarrer Bernd-Heiner Roeger, Pastor Friedhelm Geißen und Stadtrachiv Dr. Norbert Wex haben alles für den Filmdreh vorbereitet.

Dr. Frieder Schütz, früherer Petri-Pauli-Pfarrer, und Klaus-Dieter Schmidt, ehemaliger Gymnasiallehrer, wollen genau diese Szene im zweiten Teil ihrer Dokumentation „Soest – Geschichte einer Stadt“ am gleichen Ort nachstellen – mit Menschen von heute. 

Termin ist der kommende Samstag um 11 Uhr. Vorbereitet ist schon alles. Die Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche Propst Dietmar Röttger, Pastor Friedhelm Geißen und Petri-Pauli-Pfarrer Bernd-Heiner Roeger haben ihr Placet gegeben, Stadtarchivar Dr. Norbert Wex hat den geschichtlichen Hintergrund gecheckt. „Tumulte wie dieser am Thomastag 1531 waren im Mittelalter ein probates Mittel und durchaus üblich“, sagt er. 

Auch die Bürgerschützen werden protestieren

Auch Bürgerschützen-Kommandeur Thomas Carls hat zugesagt, dass er seine Schützen zum Nördlichen Petrikirchhof schicken werde, damit sie gegen die Willkür des Rats protestieren wie damals ihre Kollegen. 

Jetzt hoffen die Initiatoren, dass möglichst viele Soester mitmachen. Sie müssen keineswegs gewandt kommen, sondern können in normaler Winterkleidung auftreten. 3 000 Leute – das machte damals fast die Hälfte der Stadtbevölkerung aus – wären toll. Hilfreich sei es, dass samstags Markttag sei, sagt Schütz. Bestimmt würden viele Besucher angelockt. Gefilmt wird aus den Fenstern des Rathauses und in der Menge selber. Glockengeläut und Trommelschläge hat Schmidt schon aufgenommen.

Wer mitmachen will, kommt am Samstag, 16. Februar, um 12 Uhr auf den Nördlichen Petrikirchplatz und skandiert mit: „Gebt den Prädikanten frei!“

 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare