Freie Flächen in der Altstadt im Blick

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Zwischen Burghofstraße und Grandweg: Hier sieht der exemplarische Vorschlag entlang des Grandweges eine straßenbegleitende gemischte zwei- bis dreigeschossige Bebauung vor.

SOEST - Als Leitfaden und Orientierungshilfe bezeichnet Stadtentwickler Olaf Steinbicker den umfassenden Rahmenplan. Die Untersuchung soll eine fachliche Basis für künftige Entscheidungen und Entwicklungen bieten. Er weiß, wie attraktiv die Soester Altstadt ist, und er kennt auch das Interesse Bauwilliger, die ein oder andere Lücke zu schließen.

Welche grünen Ecken sollten bestehen bleiben? Wo innerhalb der Wälle ist das Bauen noch möglich? Wo ist Platz für weitere Wohnungen? Das einzelne Objekt jeweils aus der Gesamtschau und den daraus abgeleiteten Kriterien betrachten, dieses Anliegen steht hinter dem „Rahmenplan zum Schutz der Freiflächen und Gärten in der Altstadt“, der als Entwurf vorliegt und nun in die Politik gegeben wird, um dann die Öffentlichkeit zu beteiligen.

„Wir werden die Eigentümer anschreiben, um mit ihnen zu sprechen“, schildert Olaf Steinbicker. Und er hebt hervor: „Uns ist an einer breiten Basis gelegen. Das Konzept soll mindestens für die nächsten zehn Jahre Bestand haben.“

Ihm ist klar: „Es gibt kein absolutes Richtig oder Falsch. Deshalb brauchen wir auch die Diskussion.“ Und die fällt vielfältig aus, davon ist er überzeugt. Grundsätzlich gelte es, verschiedene Aspekte unter einen Hut zu bekommen. Privatleute hätten oftmals ganz andere Wünsche, als die verschiedenen Interessensgruppen. Steinbicker: „Da prallen manchmal Welten aufeinander.“

Dreißig Flächen in der Bewertung

Zum Beispiel, die leere Fläche an der Schonekindstraße. Hier sei aus städtebaulicher Sicht eine ergänzende Bebauung wünschenswert, heißt es in der Empfehlung.

Die Neufassung fußt im Analyseteil auf der sechs Jahre alten Untersuchung eines Fachbüros zu den Wohnflächenpotenzialen in der Innenstadt, die im Wesentlichen heute noch ihre Gütigkeit hat. Als Aktualisierung greift der Plan den derzeitigen Stand auf und die Veränderungen, die sich in der Zwischenzeit ergeben haben. Vor dem Hintergrund der Diskussion zum Erhalt der Gärten, zur Baukultur in der historischen Altstadt mit ihren Denkmälern oder zum Klimaschutz weichen die Ergebnisse aber teilweise deutlich von den Aussagen des damaligen Gutachtens ab.

Insgesamt 30 Flächen – in der Größenordnung zwischen 430 und 4000 Quadratmetern – werden schließlich im Detail bewertet, wie Olaf Steinbicker und Arnd Brennecke von der Abteilung Stadtentwicklung und Bauordnung jetzt erläuterten. Dabei geht es um den Ist-Zustand, die baurechtlichen Voraussetzungen sowie die planungsrechtlichen Vorstellungen. „Darüber wollen wir ins Gespräch kommen“, unterstreicht der Stadtentwickler. Die Empfehlungen zur möglichen Bebauung oder Erschließung von 16 Arealen seien als exemplarische Vorschläge zu verstehen, so Steinbicker und Brennecke. Die Vorhaben müssen sich auf ihren Grundstücken in die Umgebung einfügen, nennen sie einen der wesentlichen Punkte.

Worauf es ankommt, wird im Einführungstext deutlich: „Es gilt, einen ausgewogenen Weg zwischen extremen Entwicklungsperspektiven zu finden – einer musealen Haltung ohne bauliche Weiterentwicklung auf der einen Seite und eines rücksichtslosen Wachstums auf der anderen Seite.“ Und: „Insgesamt steht der Erhalt der Grün- und Freiflächen im Vordergrund, und nicht die Nachverdichtung.“

Weitere Berichterstattung im Anzeiger. - Köp.

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