Zukunft der Gedenkstätte steht in den Sternen

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Ein Blick in die Französische Kapelle unter dem Dach des Blocks 3 der Adamkaserne.

Soest – Die Situation um die Französische Kapelle und um die Wünsche nach einer Gedenkstätte und einem neuen Museum ist aus dem Ruder gelaufen. Statt Ergebnisse zu liefern, wie es mit der geschichtsträchtigen Stätte unterm Dach des Blocks 3 in der Adam-Kaserne weitergeht, hat der Hauptausschuss die Angelegenheit jetzt zurückverwiesen an den Kulturausschuss. 

Dabei wartet die neue städtische Wohnungsgesellschaft seit langem auf Vorgaben aus der Politik, wie viel Geld sie für Umbau des Dachgeschosses, Ausstattung und laufende Kosten (Miete) bereit ist zu geben. Nun ist auch noch bekanntgeworden, dass ein privater Investor Interesse an dem Militärblock bekundet. In dem sollte eigentlich die kommunale Wohnbaugesellschaft 60 Sozialwohnungen einrichten; oben unterm Dach wäre das neue Museum entstanden. 

Vorwürfe, wer was versäumt oder womöglich falsch gemacht hat, hagelte es zuhauf in der Hauptausschusssitzung. Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer wirft dem 2. Vorsitzenden der Geschichtswerkstatt, Werner Liedmann, vor, er habe den Regierungspräsidenten um Zuschüsse gebeten und zur Antwort bekommen: „Ein Konzept für eine große Lösung habe ich in allen Gesprächen nicht erkennen können.“ Mit anderen Worten: Zuschüsse seien kaum zu erwarten.

Noch vor wenigen Tagen in der Sitzung des Kulturausschusses, so Ruthemeyer, habe Liedmann die Existenz dieses Schreibens nicht einmal erwähnt. BG-Fraktionschef Andreas Kappelhoff warf dem Verein vor, er habe anderthalb Jahre Zeit gehabt für ein Konzept und nicht geliefert. Anne Richter (Grüne) hingegen nahm den Verein in Schutz: Er habe sehr wohl versucht, verschiedene Quellen anzuzapfen. Doch konkrete Anträge ließen sich erst stellen, wenn der Stadtrat entschieden habe. Vizebürgermeisterin Christiane Mackensen (CDU) kann sich eine kleine Lösung vorstellen: Die Kapelle und eine Gedenkstätte von 100 Quadratmetern für Gruppenarbeit und Vorträge.

„Die Stadt ist dem Erbe verpflichtet“, mahnte Walter Raubaum von der SO-Partei an. SPD-Chefin Sandra Wulf verlangte, die Stadt solle die Miete zahlen. Und Wolf Blesken (CDU) erläuterte, wie komplex so ein Zuschuss-Verfahren sei. Viel wichtiger aber sei die Frage: Will Soest überhaupt ein weiteres Museum – und dafür Geld geben? Unklar ist, wer bei dem Thema überhaupt die Fäden zieht oder tatkräftige Hilfe leistet: Die Politik wartet auf professionelle Konzepte der Ehrenamtler, die wiederum sehnen sich nach Unterstützung . Das Ziel, den Block 3 in diesem Jahr zu sanieren und ein Museum oder eine Gedenkstätte neben der Kapelle zu errichten, ist in weite Ferne gerückt.

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