Soester Politik ist sich nicht einig

Krankenhaus-Fusion: CDU kritisiert SPD wegen "Mangel an Grundvertrauen"

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Wo jetzt noch Rettungshubschrauber am Klinikum landen, könnte in zehn Jahren ein gemeinsames neues Krankenhaus stehen.

Soest – Es wurde viel geredet über die Möglichkeiten einer Fusion der beiden Soester Krankenhäuser, in öffentlichen Meinungsbekundungen und hinter verschlossenen Türen. Dort sind in den vergangenen Monaten offenbar große Fortschritte gemacht worden. Dass die beiden Häuser zusammengehen sollten, ist inzwischen Konsens, uneins ist die Soester Politik aber bei der Frage, wie genau eine Fusion gestaltet werden soll.

Die SPD hat ihre Vorstellungen im Anzeiger erklärt: Klinikum und Marienkrankenhaus sollen zwar unter dem Dach des Hospitalverbundes vereinigt, organisatorisch aber in einer eigenen gemeinsamen Tochtergesellschaft geführt werden. Damit soll vor allem ausgeschlossen werden, dass Soest irgendwann einmal für andere Häuser des Hospitalverbundes haften muss. Wie das alles im Detail aussehen soll, ist aber bislang unklar.

Für Rolf Meiberg, Fraktionsvorsitzender der CDU, ist klar, dass so eine „De-Fakto-Herauslösung des Marienkrankenhauses" mit dem Hospitalverbund nicht zu machen sein wird. 

Er sieht diese Forderung vor allem als Ausdruck eines „mangelnden Grundvertrauens“ der SPD in den Fusionspartner – und vermutet, dass das auch mit der konfessionellen Ausrichtung des Katholischen Hospitalverbundes zu tun hat. Konsequenterweise gehe es, so Meiberg, sowohl der SPD, als auch der SO-Partei, die sich in der Vergangenheit ähnlich wie die Sozialdemokraten positioniert haben, bei einer eigenen Tochtergesellschaft für die beiden Soester Häuser vor allem um „die Erhaltung der politischen Kontrolle“. 

Zeitdruck wird nicht kleiner

„Für uns ist diese Fusion zwingend nötig, um den hohen qualitativen Standard der Gesundheitsversorgung in der Stadt und der Region ringsum zu erhalten“, erklärt Meiberg. Da sei eine „fachlich qualifizierte Kontrolle“ in den Aufsichtsgremien aber deutlich wichtiger als eine durch Kommunalpolitiker. 

Klar ist: Der Zeitdruck, unter dem die Verhandlungspartner bei der Fusion stehen, wird nicht kleiner. Spätestens am 30. Juni muss der Antrag auf Fördergelder für den Bau eines gemeinsamen Krankenhauses im Soester Westen beim Land vorliegen, bis dahin müssen sich beide Seiten einig geworden sein. 

Ärzte, Pfleger und Träger wollen Soester Klinik-Fusion

Vorher aber wird sich der Rat noch, voraussichtlich in seiner Sitzung im Mai, mehrheitlich darüber einig werden müssen, wie er sich die Zukunft des Gesundheitsstandortes Soest denn nun vorstellt. Dieser Beschluss wird dann die Soester Verhandlungsgrundlage in den entscheidenden Gesprächen mit dem Hospitalverbund sein.

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