Flüchtlingskrise als Planspiel am Alde

Beim Planspiel Europa am Aldegrever-Gymnasium stand in diesem Jahr die Flüchtlingskrise auf dem Programm.
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Beim Planspiel Europa am Aldegrever-Gymnasium stand in diesem Jahr die Flüchtlingskrise auf dem Programm.

Soest -  Mein Name ist Maria el Appelido. Meine Partei und ich stehen dafür ein, dass bei allen Entscheidungen vor allem die Menschenwürde gewahrt werden muss.“ Die junge Frau, die dieses kurze Statement in die Kamera spricht, ist weder Politikerin noch kommt sie aus Spanien.

Für zwei Tage allerdings verwandelte sich die 15-jährige Schülerin Lena Räker in die imaginäre spanische Grünen-Politikerin, um beim Planspiel „Destination Europe“ am Aldegrever-Gymnasium die Prozesse der europäischen Gesetzgebung erlebbar und transparent zu machen. In diesem Jahr drehte sich das Planspiel um ein brandaktuelles Thema: Die Flüchtlingskrise in Europa und die damit verbundenen Hürden und Herausforderungen innerhalb der EU.

Der 17-Jährige Lennart Mertens findet die Aktion, die schon seit einigen Jahren immer wieder an der Schule stattfindet, toll. „Das Planspiel macht wirklich Spaß. Und vor allem sieht man man wirklich ganz genau, wie alles funktioniert“, erklärt er. Er ist zusammen mit seiner Mitschülerin Cindy Koers für die Pressearbeit im Planspiel zuständig und führt Interviews, filmt Statements und moderiert am Ende sogar eine kurze Talkshow, in der alle Beteiligten die Ergebnisse des aufwändigen Gesetzgebungsverfahrens präsentieren.

Eric Brüggemann hat als Präsident der Europäischen Kommission an beiden Tagen eine Menge zu tun – und auch er findet das Planspiel sehr gut. „Es war wirklich schön gestaltet und absolut nicht langweilig. Ich kann jetzt Prozesse innerhalb der EU nachvollziehen, von denen ich vorher überhaupt keine Ahnung hatte“, sagt der 16-Jährige. Mit dieser Aussage sind die betreuenden Lehrer Tim Hovestädt, Judith Kühnen und Dr. Christian Krampe mehr als zufrieden. „Die Planspiele sind politische Bildung, die so anschaulich ist, dass die Schüler sogar Spaß dabei haben“, erklärt Markus W. Behne vom CIVIC-Institut für internationale Bildung, das die Planspiele entwirft.

Wie auch schon in den vergangenen Jahren hatte das Regionalbüro Westfalen der Konrad-Adenauer-Stiftung das Planspiel für die Schule kostenlos organisiert. Juana Eckhardt war als Tagungsleiterin von der Stiftung entsandt worden und kümmerte sich vor allem um organisatorische Dinge. Für sie ist es immer wieder schön zu sehen, wie intensiv sich die Schüler einbringen. „Am Montag haben wir hier alle in sengender Hitze bis in den Nachmittag gesessen“, sagt Lehrer Christian Krampe. „Ich war danach vollkommen fertig. Die Schüler aber hatten noch Power und waren echt gut drauf“, schildert er seine Eindrücke.

Auch in den kommenden Jahren sollen die Planspiele am Aldegrever-Gymnasium eine feste Einrichtung bleiben und auch mit den kommenden zehnten Jahrgangsstufen durchgeführt werden.

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