Serie: 25 Jahre Alter Schlachthof

"Vieles muss langsam aufgebaut werden"

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Planen, Vorbereiten und Durchführen einer Veranstaltung   Floiran Hanrath hat's im "Alten Schlachthof" von der Pike auf gelernt. Wenn Not am Mann ist, legt er - wie hier - auch beim Servieren mit Hand an. 

Soest- Florian Hanrath, den großen Dunkelhaarigen mit Zopf und Bart, kennt fast jeder, der mal im „Alten Schlachthof“ war. Er fällt einfach auf. Dabei ist der 29-Jährige aus Goch am Niederrhein derjenige, der zuletzt ins feste Team aufgenommen wurde, also quasi der „Jüngste“.

Sein großer Bekanntheitsgrad mag daher rühren, dass er schon seine Ausbildung im „Schlachthof“ gemacht und alle Bereiche durchlaufen hat, vom Büro über das Kino bis zur Gastro und zur Technik. Seit 2012 ist er dabei. Durchführung von Veranstaltung – Florian Hanrath hat’s von der Pike auf gelernt. 

Und er hat das Soester Publikum kennengelernt. Kabarett, Blues, etablierte Musikveranstaltungen laufen traditionell gut, weiß er. Es gibt ein großes Stammpublikum, aber: „Die Soester sind in der Regel nicht besonders experimentierfreudig“, hat er auch erfahren. „Viele Sachen fangen schwach an, und müssen richtiggehend aufgebaut werden“. 

Aber wenn die Soester einmal auf den Geschmack gekommen sind, dann bleiben sie „ihren“ Stars treu: „Gerd Dudenhöffer und Klaus Hoffmann funktionieren beispielsweise immer“, sagt Hanrath. Dagegen floppte die Reihe „Schlachthof_neo“, mit der Newcomer-Bands ein Forum geboten werden sollte. Es fanden sich zwar Metal- und Rockgruppen, die auftreten wollten, aber das Publikum fehlte.  Überhaupt gestaltet es sich schwierig, junge Leute mit Veranstaltungen anzusprechen.

Lange Zeit war der junge Mann die rechte Hand von Kino-Chef Richard Nüsken. Am liebsten aber kümmert er sich um Musikveranstaltungen. Kein Wunder - bevor er ins Kulturhaus „Alter Schlachthof“ kam, hatte er sich Holzinstrumenten-Bau umgetan und einige Semester Musikwissenschaft studiert. Grundsätzlich gilt für ihn: „Mir macht das Spaß, was den Soestern Spaß macht“. 

Dabei denkt er vor allem an die Senkrechtstarter von „Kapelle Petra“ aus dem benachbarten Hamm. „Die haben viel Rückhalt in Soest, und ich mag ihre Musik auch.“ 

Zurzeit versucht Hanrath gemeinsam mit „Schlachthof“-Chef Dr. Thomas Wachtendorf die Reihe „Schlachthof_akustisch“ zu etablieren. Außerdem haben die beiden eine Theaterreihe für Soester Laienbühnen aufgelegt. Die laufe ganz gut an, sagt Hanrath. 

Bewusst hatte sich der Mann vom Niederrhein seinerzeit beim Bürgerzentrum „Alter Schlachthof“ im westfälischen Soest um einen Ausbildungsplatz als Veranstaltungskaufmann beworben. Denn die Idee von gelebter Soziokultur gefällt ihm. Und darum wünscht er sich zum Jubiläum: „Dass es den ,Schlachthof‘ noch ganz lange gibt, und dass die Soziokultur einen höheren Stellenwert gewinnt!“. 

Diese Reihe will das Bürgerzentrum „Alter Schlachthof“ in den kommenden Wochen bis zur Jubiläumsfeier begleiten. Zum 25-Jährigen will sie hinter die Kulissen des Kulturhauses schauen und dabei Personen, Projekte und Probleme vorstellen. Wer sich mit Geschichten und Erinnerungen, Programmen, Fotos oder Karten daran beteiligen möchte, ist eingeladen, mitzumachen und Kontakt unter Telefon 02921/688 143 oder per E-Mai: kultur@soester-anzeiger.de aufzunehmen.

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