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Brand im Soester Osten: Immenser Schaden

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Unter schwerem Atemschutz wurden die Flammen gelöscht.

[Update: Mittwoch, 10 Uhr] Soest - Die Feuerwehr war am Dienstag in Soest im Großeinsatz. Es brannte bei der Firma Börde Recycling (Veolia). Gegen Mittag war der Brand besiegt. Obwohl es zwar nur Müll war, der dort brannte, wird der Schaden auf eine verhältnismäßig immense Summe geschätzt.

Angaben der Feuerwehr Soest zufolge standen rund 30 bis 50 Kubikmeter gepresstes Papier, das in einer Halle gelagert wurde, in Flammen.

Der Soester Wehrchef Jürgen Wirth berichtete schon zu Beginn des Brandes am Morgen gegen 9 Uhr, dass die "starke Rauchentwicklung" Probleme bereitete. Das gesamte Gelände war in Rauch gehüllt, der Wind verschärfte die Problematik. Die Einsatzkräfte mussten unter schwerem Atemschutz arbeiten.

Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde zunächst die Bevölkerung gewarnt. Es hieß: "Bitte schließen Sie sofort Fenster und Türen! Schalten Sie Lüftungs- und Klimaanlagen ab!" Um 11.30 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden.

Teile des brennenden Papiers konnten bereits ins Freie gebracht werden.

Die Feuerwehr verschaffte sich zur Brandbekämpfung sowohl über die Gebäudevor- als auch über die Rückseite Zugänge in die Halle, um das brennende Papier mit Radladern ins Freie zu bringen. An der frischen Luft - oder dem, was durch den Rauch davon übrig blieb - wurden die Flammen gelöscht.

Die Löscharbeiten sind nur unter Atemschutz möglich.

In kleinen Teilen wurde das Brandgut ins Freie gebracht. Das nimmt viel Zeit in Anspruch. Zudem sei es schwierig, die brennende Masse im stark verqualmten Gebäude überhaupt zu entdecken, da die Einsatzkräfte im Gebäudeinnern durch den dichten Rauch die eigenen Hände vor Augen nicht sehen konnten. Nach etwa einer Stunde traf ein Abrollcontainer mit Atemschutzgeräten vor Ort ein. 

Die Fotos zum Einsatz

Papier in Flammen: Feuerwehr bekämpft Brand bei Veolia in Soest

Vorteilhaft war die Windrichtung: Der Wind kam aus Süd-Südost. Hätte er nur wenige Grad nach Ost gewendet, wäre die A44, die nur etwa 50 Meter von der Einsatzstelle entfernt liegt, betroffen gewesen.

Kräftezehrender Atemschutzeinsatz

Vor allem der Atemschutzeinsatz war kräftezehrend und erforderte eine große Anzahl an Einsatzkräften, die sich gegenseitig ablösten.

Das stark verdichtete Gemisch aus Papier und Pappe brannte zu Beginn des Einsatzes auf einer Fläche von 150 Quadratmetern und einer Höhe von bis zu fünf Metern. "Das kann man mit glühender Kohle vergleichen", hieß es vor Ort.

Das sagt der Kreisbrandmeister

Ein großes Problem stellte zu Beginn auch die Wasserversorgung dar: Um eine stabile Wasserzufuhr aus der Hauptleitung des Industriegebietes aufzubauen, wurden Kräfte aus der Gemeinde Möhnesee alarmiert, berichtete Kreisbrandmeister Thomas Wienecke.

120 Einsatzkräfte vor Ort

Im Einsatz sind die gesamte Feuerwehr Soest, die Feuerwehren Möhnesee, Bad Sassendorf, Lippetal, Lippstadt  und die Feuerwehr Werl. Unterm Strich seien das aktuell etwa 120 Einsatzkräfte.

Gegen Mittag war das Feuer dann offiziell gelöscht. Die Aufräumarbeiten zogen sich jedoch bis in den Nachmittag - weil hunderte Meter Schlauchleitungen gelegt werden mussten. Diese mussten in schweißtreibender Arbeit wieder eingerollt werden.

Schaden im fünfstelligen Bereich

Am Mittwochmorgen teilte die Polizei mit: Hinweise auf eine Brandstiftung liegen nicht vor. Der Schaden, aufgrund des Betriebsstillstandes, wird auf etwa 15000,-EUR geschätzt.

Auch in Ulm brannte es bei der Firma Veolia. Dort stand laut Angaben der Südwest Presse eine Lagerhalle in Flammen.

Brandmeldeanlage meldete das Feuer

Die Feuerwehr Soest war um 9.06 Uhr zunächst über eine ausgelöste Brandmeldeanlage alarmiert worden. 

Kreisbrandmeister Thomas Wienecke.

Fünf Minuten später war der Brand bestätigt, sodass es eine Alarmstufenerhöhung gab.

Fast exakt vor einem Jahr brannte die Strabag-Halle

Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass die Feuerwehr ebenfalls bei Sonnenschein und warmen April-Temperaturen zu einem Großeinsatz in Soest ausrücken musste: Am 19. April 2018 stand die Strabag-Halle in Soest in Flammen.

Wir berichten weiter.

Lesen Sie auch: Erst am Ostermontag war es zu einem Großbrand bei der Firma WDI in Hamm gekommen. Auch dort waren Kräfte der Feuerwehr Soest im Einsatz.

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