"Sowas habe ich noch nicht erlebt"

Staub-Alarm: Was steckt hinter der blauen Substanz?

+
Einsatz in diesem Einfamilienhaus der Blumenstraße: Viel ausrichten konnten dort aber weder die Feuerwehr, noch der Kreis oder das Amt für Arbeitsschutz.

Soest - Verdächtiger Staub hat am Montag erst die Soester Feuerwehr, und dann auch die Untere Wasserbehörde des Kreises und das Arnsberger Amt für Arbeitsschutz in der Blumenstraße im Soester Südosten auf den Plan gerufen.

In den Mittagsstunden hatten Arbeiter, die dort mit der Erneuerung des Ziegeldaches eines Einfamilienhauses beschäftigt waren, Alarm geschlagen, als blauer Staub freigesetzt wurde, der die Hände der Männer verfärbte, sich nicht abwaschen ließ und in Verbindung mit Wasser eine „tintenähnliche“ Flüssigkeit bildete. 

Da die Feuerwehr mit ihren begrenzten Mitteln nicht klären konnte, um welchen Stoff genau es sich handelte und ob möglicherweise Gefahren von ihm ausgehen könnten, wurden umgehend die Untere Wasserbehörde des Kreises und das Amt für Arbeitsschutz eingeschaltet. 

Sprecher beider Behörden mussten am Montag allerdings auf Anfrage einräumen, dass zunächst unklar blieb, was das blaue Pulver genau ist und beinhaltet. Beim Kreis hieß es, dass die Materialien, die beim Bau des 1912 gebauten Hauses verwendet worden sind, im Detail und auf Anhieb nicht benannt werden könnten.

Dieser Stoff gibt den Fachleuten (noch) Rätsel auf.

Ähnlich äußerte sich eine Sprecherin der Arnsberger Bezirksregierung. Aufklärung erhoffe man sich von gründlichen chemischen Analysen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV), das noch am Nachmittag einen Messwagen aus Essen nach Soest in Marsch setzen wollte.

Bis die Ergebnisse dieser Untersuchungen vorliegen, bleibe die Baustelle geschlossen. Dachdecker Frank Droste, der die Arbeiten mit drei Mitarbeitern durchgeführt hatte, war ebenfalls ratlos, um welche Substanz es sich handeln könnte. „So etwas habe ich in über 20 Berufsjahren noch nicht erlebt“, erklärte er. 

Immerhin: Fühlbare Beschwerden hatte das geheimnisvolle „blaue Wunder“ auch Stunden nach dem Kontakt damit weder bei ihm selber noch bei seinen Mitarbeitern ausgelöst.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare