Auf dem Gelände der ehemaligen Adamkaserne

Fehlanzeige bei Fledermäusen: Freie Fahrt für Abrissbagger

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Sarah Fuchs (links) und Ute Lüers suchten fast zwei Stunden nach Fledermäusen – fündig wurden sie aber nicht.

Soest - Weil auch eine intensive zweistündige Suche am Mittwoch keinen Hinweis darauf brachte, dass sich tatsächlich Fledermäuse im Dach des Gebäudes eingenistet hatten, begann am Mittwochnachmittag der Abriss des einst als Kino genutzten Gebäudes auf dem Gelände der ehemaligen Adamkaserne.

Vorbei mit der (Winter)ruhe wäre es für die Fledermäuse gewesen – wenn sie dort denn in luftiger Höhe fernab vom Tageslicht überwintert hätten. Hatten sie aber nicht. Und deshalb konnte schweres Gerät anrücken und damit beginnen, dem völlig heruntergekommenen Gebäude den Garaus zu machen.

Der Abriss der als „Block 9“ gelisteten Halle ist der erste Schritt zur weiteren Entwicklung des großen Areals, das zu einem attraktiven Wohngebiet werden soll. Bevor der aber erfolgen kann, sahen Ute Lüers und Sarah Fuchs, Landschaftsökologinnen des Planungsbüros Stelzig, ganz genau hin – und suchten dabei mit Hilfe einer Arbeitsbühne in der hölzernen Dachkonstruktion nach den scheuen Säugern. 

„Aufgrund der zuvor bereits gefundenen Hinterlassenschaften vermuten wir, hier verschiedene Arten zu finden: Zwerg-, Breitflügel-, Fransen- und die große Bartfledermaus“, zählte Lüers auf, bevor sie mit ihrer Kollegin in die Höhe fuhr.

Dort stellte sich nach rund zwei Stunden aber heraus, dass sich die Vermutungen nicht bestätigten – jedenfalls nicht in diesem Block. Vorbereitet ist und bleibt die Wirtschaftsförderung, Inhaberin des Geländes, aber für den Fall der Fälle: An zwei Stellen sind Nistplätze eingerichtet worden, wo Fledermäuse unterkommen können. 

Auf dem Dachboden des Blocks 3, in dem auch die Französische Kapelle beheimatet ist, sowie in einem „Turm“, der am Rande des ehemaligen Exerzierplatzes errichtet wurde.

Dirk Göttlicher, der das Projekt bei der Wirtschaftsförderung federführend betreut, entdeckte bei dem Thema ein zweites Herz in seiner Brust: „Wir nehmen den Artenschutz sehr ernst und hätten uns deshalb natürlich gefreut, wenn wir hier Fledermäuse gefunden hätten“, erklärte er. Andererseits sei es natürlich für den Verlauf der Arbeiten förderlich, dass die Bagger nun zügig zur Tat schreiten könnten.

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