Wo die bunten Tücher wehen

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Mit bunten Bändern dürfen die Kleinen genau so winken, wie es die Tänzerin in der Mitte vormacht. 

Soest - Ein Konzert, das sowohl kleine Kinder wie auch deren Eltern begeistert, brachte das Ensemble "kreuzvier" ins Soester Kulturhaus "Alter Schlachthof".

„Haben Sie einen Wickelraum?“. Diese Frage ist bei einem Konzert im „Schlachthof“ wohl zum ersten Mal am Sonntagmorgen (19. Januar)  gestellt worden. Es war ja auch ein besonderes Konzert: Im Saal, in dem kurz vorher noch Rockröhren getobt und zig Leute zu Charthits abhottet hatten, war's am Sonntagmorgen ganz ruhig. 

Auf vier großen Decken saßen in kleinen Gruppen Eltern und Kinder. Ein paar Babys nuckelten am Daumen und blickten traumverloren in die bunten Lichter. wenige ältere torkelten, noch unsicher, über ausgestreckte Beine von Erwachsenen oder versuchten, im Takt zu klatschen. Mal spielte die Musik auf der Bühne, mal wanderte einen Sängerin, eine Geigerin oder eine Flötenspielerin zwischen den kleinen und großen Zuhörern umher. Eine fast meditative Stimmung breitete sich aus. 

Lebendig wurde es, als die Tücher hervorgezaubert wurden: Mit denen durfte zur Melodie gewunken und gewedelt werden. Was mögen Babys und Kleinkinder am liebsten? Mit Mama und Papa kuscheln, Geborgenheit spüren und vom sicheren Ort aus die Welt erkunden, krabbeln, klatschen und vielleicht ein bisschen tanzen Und was mögen die Eltern? Zufriedene Kinder und ab und an ein bisschen Musik hören. Wie erfolgreich alle Wünsche unter einen Hut gebracht werden können, zeigt seit einiger Zeit das Ensemble „kreuzvier“ aus Köln

. Darum hatte der „Schlachthof“ die jungen Musiker, alle Mitte 20, am Sonntag eingeladen. Eltern müssen ohnehin in der Regel nicht zweimal zum Besuch solcher Veranstaltungen gebeten werden. Schließlich sind die meisten froh, wenn der Nachwuchs gut unterhalten wird. Trotz der frühen Stunde hatte der „Schlachthof“ das Programm „An den Mond“ gewählt – beruhigende Klänge mit magischer Wirkung, die nicht aufwühlen, darunter auch klassische Werke wie Mozarts „kleine Nachtmusik“ und Humperdincks Abendsegen „Abends wenn ich schlafen gehe“ 

Beim Ensemble „kreuzvier“ konnten die Kleinen die glitzernden Perlen an den Pullovern der Akteure, die bunten Lichter an der Decke und die farbigen, verwehenden Tücher bestaunen. Die älteren Kinder fanden die Klangschalen, das Cajun und die Regenmacher besonders interessant Auf Erklärungen und Moderationen verzichteten die Musiker. Es habe sich gezeigt, dass die Kinder unruhig würden. Unruhig aber wurde hier niemand, im Gegenteil: Mit zufriedenen, beseelten Kinder verließen die Eltern nach einer Dreiviertelstunde den Saal. Und was macht Eltern glücklicher als zufriedene Kinder? Zufrieden ist auch der „Schlachthof“, das Team plant, das Kölner Ensemble mit seinem Erfolgsrezept für Eltern und Kinder demnächst erneut einzuladen.

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