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Fahrradhandel: „Es gab eine Zeit, da war es unmöglich, überhaupt ein neues Rad zu bekommen“

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Von: Patrizia Frank

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Bei B.O.C.“ hat Frank Wiggermann wieder eine große Auswahl an Rädern.
Bei B.O.C.“ hat Frank Wiggermann wieder eine große Auswahl an Rädern. © Peter Dahm

Die Lieferengpässe für Fahrräder entspannen sich nach Angaben verschiedener Soester Fahrradhändler. Optimismus macht sich dennoch nicht breit.

Soest – Der Frühling kommt mit Riesenschritten, die Fahrradsaison bricht an. Doch ist es mittlerweile wieder problemlos möglich, ein neues Rad zu bekommen? In den vergangenen Monaten nämlich waren nicht nur die Soester Fahrradhändler, sondern die gesamte Branche gebeutelt von Lieferschwierigkeiten und Engpässen. Robin Isermann, Verkaufsleiter bei „B.O.C“ weiß Bescheid: „So ganz über den Berg sind wir mit Sicherheit noch nicht“, bleibt sein Optimismus verhalten. „Wir müssen abwarten und sehen, wie sich die Saison entwickelt.“

Fahrradhändler vor Lieferengpässen: Lage entspannt sich etwas

Isermann verfolgt die problematische Situation schon eine ganze Weile. „Es gab eine Zeit, da war es unmöglich, überhaupt ein neues Rad zu bekommen“, erzählt er. Betroffen gewesen seien vor allem E-Bikes, die Sparte, in der die Nachfrage am höchsten ist. „Aber nicht nur. Wir hatten tatsächlich auch Probleme, an absolut gängige Teile zu kommen. Da konnte eine neue Schaltung schon zur Herausforderung werden“, sagt er. Ganz so schlimm sei die Lage im Vergleich nun nicht mehr. „Manche Sachen sind jetzt wieder ziemlich problemlos verfügbar und werden auch wieder geliefert - fragt sich nur, wie lange.“ Gute Chancen auf ein neues Rad oder eine schnelle Reparatur gibt es auch wieder bei „Radleben“. Inhaber Bastian Bachtenkirch ist optimistisch, was die neue Saison angeht: „Im Moment liegen wir bei unseren beiden Marken bei einer Lieferzeit von etwa zwei bis vier Wochen“, sagt er. Gegenüber den vergangenen zwei Jahren, die durchaus an vielen Stellen „schwierig“ gewesen seien, sei das wieder der absolute Normalzustand. „Auch die gängigen Ersatzteile für unsere Pedelecs werden wieder problemlos geliefert. Es mag noch ein paar Teile geben, deren Beschaffung aufwändiger sein könnte, die Regel ist das aber zum Glück nicht mehr.“ Ähnlich erlebt Thomas Westhoff, Verkäufer bei „Velo City“ die Situation: „Im Großen und Ganzen wird es im Moment wieder ein wenig entspannter“, sagt er. Ohnehin hat er das Gefühl, trotz aller Schwierigkeiten sei die Fahrradbranche insgesamt noch gut durch die vergangenen Monate gekommen. „Es war nie so schlimm, dass es uns wirklich bedroht hätte“, sagt er.

Es mag noch ein paar Teile geben, deren Beschaffung aufwändiger sein könnte, die Regel ist das aber zum Glück nicht mehr.

Bastian Bachtenkirch, Inhaber „Radleben“

Fahrradhändler vor Lieferengpässen: Vielfältige Gründe

Warum genau es eigentlich zu solchen immer weitere Kreise ziehenden Engpässen gekommen war, kann auch er nur mutmaßen: „Da spielen viele Faktoren mit herein, es gibt gar nicht den einen entscheidenden Grund. Wichtig ist nur, dass die Lage sich langsam wieder normalisiert.“ Darauf hofft natürlich auch Robin Isermann weiter. „Im Moment lohnt es sich für alle, die ein neues Rad suchen, zumindest nachzufragen, ob etwas da oder lieferbar ist“, ermuntert er die Kunden. Und er hat einen guten Rat: „Ich glaube, der Schlüssel könnte eine gewisse Offenheit sein. Natürlich sollen Kunden sich vorher gut überlegen, auf welche Komponenten sie keinesfalls verzichten können - vor Ort wäre es aber trotzdem schön, wenn sich die Menschen auf Alternativen einlassen können. Dann gibt es wirklich eine gute Chance, den Laden mit einem neuen Rad wieder zu verlassen.“

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