Runden drehen für den geliebten Streifen

Fahrradclub kündigt Demonstration in der Innenstadt an – auf zwei Rädern

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Im Jahr 2008 wurde der Fahrradstreifen auf der Jakobistraße eingerichtet.

Soest - Der Fahrradstreifen, das Verkehrs-Vorzeigeprojekt aus Soest und gleichzeitig der Dorn im Auge von Berliner Politikern, führt nun sogar zu einer Demonstration.

Auf Kollisionskurs sind das Bundesverkehrsministerium und der Soester Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) beim Thema Radschutzstreifen in der Jakobi- und Nöttenstraße: Berlin drängt darauf, dass der noch im kommenden Monat entfernt wird, der ADFC will für den Erhalt der bundesweit beachteten Sonderregelung am Samstag, 1. Oktober, Radfahrer für eine möglichst machtvolle Demonstration mobilisieren. 

Für den Vorstand des Kreisverbandes sind die Fronten denn auch klar: auf der einen Seite die „Formaljuristen“ aus dem Ministerium, auf der anderen Seite die Sicherheit der Radfahrer, die mit der Entfernung des mittig geführten Radstreifens „aufs Spiel gesetzt“ werde. Es fände nämlich, so der ADFC-Vorstand in einer Pressemitteilung, oft genug ein „Kampf jeder gegen jeden“ auf den Straßen statt, Beispiele dafür gebe es auch an anderen Stellen in der Innenstadt. 

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Kontrahenten bei diesem Kampf seien Auto- und Radfahrer, Letztere würden auf engen Straßen beim Überholen auf die Seite gedrängt – in gefährliche Nähe von parkenden Fahrzeugen. Die mittigen Schutzstreifen für Radfahrer hätten sich dagegen seit vielen Jahren bewährt, Autofahrer würden zurückstecken und hinter den Radfahrer bleiben. 

Schließlich hielten Radfahrer hier „völlig legal“ einen ausreichenden Sicherheitsabstand von einem Meter von parkenden Autos ein. „Was ist daran schlecht, wenn mit Hilfe einer überdeutlichen Markierung ein wenig nachgeholfen wird?“, fragt der ADFC diesbezüglich – und wohl eher rhetorisch. Leider aber wollten Juristen das Wort führen, „Praktiker sind außen vor“. 

Treffpunkt der Fahrraddemo ist am Samstag um 10.30 Uhr am Jakobitor auf dem Platz vor der Apotheke. Von dort soll eine Runde über die Jakobistraße, Puppen- und Marktstraße in die Nöttenstraße und über den Freiligrathwall zurück zum Jakobitor gedreht werden – und dann gleich noch eine. Wegen der angemeldeten Demo kann es zwischen 10 und 12 Uhr zu Behinderungen auf den betroffenen Straßen kommen.

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