Was tun?

Fahrer rast mit 116 km/h vor Kita her: So will die Stadt Raser ausbremsen

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Die Tafeln ermahnen Fahrer, langsam zu fahren. 

Politik erhofft sich von so genannten Verschwenkungen Brems-Wirkung. Warntafeln nützen nicht wirklich was.

Soest – 116 Stundenkilometer – das ist der erschreckende Spitzenwert von weiteren Messungen vor der neuen Kita Martin Luther am Schwarzen Weg. Erlaubt ist dort Tempo 30. Der Stadtentwicklungsausschuss sprach sich in seiner jüngsten Sitzung dafür aus, in dem Bereich Geschwindigkeits-Hemmer in Form von Einengungen einzubauen, in der Hoffnung, dass diese Verschwenkungen Schnellfahrer veranlassen, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. 

Das Thema ist nicht neu. Viele Autofahrer sind vor der Kita flott unterwegs und halten sich nicht an das Limit. Die meisten Autos fahren zu schnell, trotz des Hinweises auf den Kindergarten, darüber klagen nicht nur die Eltern, sondern auch Anlieger. Im vorigen September hatte der Stadtentwicklungsausschuss daher beschlossen, fürs Erste Displays mit hellen, leuchtenden Farben zu installieren, deren Aufschrift – und damit der Appell, das Tempo zu drosseln – den Fahrern eindringlich in Rot ins Auge springt. 

Fuß vom Gas

Wer das sieht, tritt meistens „reflexartig“ auf die Bremse, aber offenbar nicht jeder. Mit dem mindestens zweimonatigen Einsatz sollte geprüft werden, ob die Geräte einen positiven Einfluss haben. 

Die Tafeln stehen seit vorigen November, sie zeigten auch eine gewisse Wirkung und hätten zur Reduzierung beigetragen, wie der Vergleich mit Erfassungen aus dem vorigen Frühjahr zeige, doch sei das Ergebnis noch nicht zufriedenstellend, führte Dirk Mackenroth von den Kommunalbetrieben (Abteilung Straße, Gewässer und Grün) während der aktuellen Beratungen aus. Außerdem sei damit zu rechnen, dass der Effekt nachlässt, je länger die Displays dort kontinuierlich im Betrieb seien.

Der Stadtentwicklungsausschuss warf einen Blick auf die aktuellen Zahlen in der Beratungs-Vorlage mit den Resultaten zweier Mess-Einheiten: 105 und 116 km/h lasen sie bei den Höchstwerten, festgestellt, als die Kita geschlossen war. 

Vier Monate lang Kontrollen

Doch auch während der Öffnungszeiten von 6.30 Uhr bis 19 Uhr setzten Fahrer im vergangenen April mit 69 und erst kürzlich im Januar mit 67 Stundenkilometern fragwürdige Rekorde. Dabei gilt bereits eine durchschnittliche Überschreitung um sechs Stundenkilometer als problematisch und gefährlich. Laut der Zählung passierten pro Tag 3794 (April 2019) bzw. 3320 (Januar) den Abschnitt. Bei der Bewertung sei zu berücksichtigen, dass die Polizei im Gesamtzeitraum über vier Monate Kontrollen durchführte, erfuhren die Ausschussmitglieder. 

Wer zahlen musste, wird sich möglicherweise das nächste Mal an die Verkehrsschilder halten. Werner Liedmann (Grüne) hakte nach, ob es nicht möglich sei, eine Verkehrsinsel einzurichten. Doch dazu reicht offenbar die Fahrbahnbreite nicht aus.

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