Erstmals seit dem Krieg: in Soest wird eine Kirche abgerissen und durch eine neue ersetzt

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Nur noch ein kleiner Haufen Steine und Schott erinnert an die Neuapostolische Kirche am De-Rode-Weg.

Soest – Selbst im Krieg, der vor 75 Jahren zu Ende ging, sind in Soest keine Kirchen abgerissen worden. Und die durch die Bombenangriffe zum Teil bis auf die Grundmauern zerstörten Gotteshäuser haben die Soester wieder aufgebaut. Umso bemerkenswerter: Am De-Rode-Weg ist jetzt erstmals eine Kirche komplett abgebrochen worden.

Ein Haufen Schutt und Steine zeugt vom ungewöhnlichen Plan der Neuapostolischen Gemeinde. 

Bereits im vergangenen Jahr hatte die 300-köpfige Glaubensgemeinschaft über einen Neubau nachgedacht. Die Sanierung ihres erst 63 Jahre alten Kirchenbaus lohne sich nicht mehr. Wenn man sogar die heute geltenden Auflagen für Brandschutz und Barrierefreiheit Eins zu Eins umsetzen würde, käme die Sanierung die Neuapostolischen sogar teurer als der zwei Millionen Euro schwere Neubau. 

Womöglich stünde der schon, wenn nicht noch die Politik und der Gestaltungsbeirat bei dem Kirchenneubau mitgeredet hätten. In mehreren Anläufen lieferten die Experten Anregungen und Kritik. Ein „multifunktioneller Saal“ mit hundert Sitzplätzen soll den Kern des Neubaus ausmachen. Eine Sakristei und diverse Nebenräume sollen ebenfalls unter den Schräg- und Flachdächern entstehen. 

Abgesehen von der Wirtschaftlichkeit, so betont die Neuapostolische Gemeinde, gehe es ihr mit dem Investment auch um ein „Zeichen“: Man schaue nach vorn und denke nicht wie so viele andere Kirchen nur an Rückzug. Tatsächlich ist die Soester Gemeinschaft in den vergangenen sechs Jahrzehnten immer weiter gewachsen. Selbst der Weggang von Mitgliedern nach Neugründungen in den Nachbarorten Bad Sassendorf, Werl und Warstein konnten schnell kompensiert werden. Der Zulauf speist sich aus dem Nachwuchs, aber auch aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Bisweilen finden sogar Quereinsteiger zu der Neuapostolischen Gemeinde.

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