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Die ersten Verträge für das Solardorf Ampen sind gemacht: Montage der Sonnenkollektoren beginnt

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Von: Holger Strumann

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Die ersten Solarmodule gibt es schon seit Jahren in Ampen – wie hier an der Landwehr. Jetzt soll richtig Schwung in die Sonnensache kommen © Hoffmann

Ampen – Corona hat zwar das Amper Sonnen-Projekt zeitlich aus dem Ruder geworfen. Doch jetzt geht es los. In vier Wochen bekommen die ersten Häuser was aufs Dach: Solaranlagen, die Öko-Strom produzieren.

Ampen – wir berichteten – hat den Ehrgeiz, Solardorf in der Region zu werden. Jörg Kuhlmann, Vertriebschef bei den Soester Stadtwerken, die das Vorhaben eingefädelt haben, äußert sich hochzufrieden: „Tolles Projekt, tolle Resonanz.“ 

Erst beim Neujahrsfrühschoppen hatte der Soester Versorger Ende Januar seine Idee vorgestellt, den Ampern zu möglichst vielen Sonnenkollektoren zu verhelfen – obendrein durch den gemeinsamen Einkauf zu günstigen Konditionen. Alle Haushalte wurden angeschrieben; mehr als ein Drittel schrieb zurück und bekundete Interesse.

 Manche haben es sich inzwischen anders überlegt oder sich erklären lassen, dass wegen der Neigung und Position ihres Dachs kaum Rendite zu erwarten sei. Doch immerhin 50 Haushalte sind bei der Stange geblieben und haben sich konkrete Angebote schicken lassen. Die ersten Verträge sind jetzt unterschrieben; somit kann es in wenigen Wochen mit der Montage und Verkabelung losgehen. 

Da der Sommer gerade erst anbricht, dürfte also in diesem Jahr noch so manche Sonnenstunde und so mancher Euro durch den Stromverkauf zusammenkommen. „Wir wollen mit den Amper Bürgern diesen Sommer bereits mitnehmen“, berichtet Stadtwerke-Mitarbeiter Max Griebenow, der mit den Ampern Hauseigentümern die Einzelheiten klärt. Die Stadtwerke hatten den Ampern beides angeboten: Kauf und Miete der Solarpanele; aber auch die bloße Bereitschaft, sein Dach gegen Entgelt für die Photovoltaik bereitzustellen. 

Kuhlmann: Fast alle Privathaushalte wollen die Anlagen kaufen und somit Herr ihres Investments bleiben. Beim Schützenverein oder beim Sportverein, die über riesige Dachflächen verfügen, zeichnet sich dagegen ab, sie vertrauen voll und ganz auf die Stadtwerke, ohne selber die Anlagen betreiben zu wollen. Die 50 Haushalte, die vom Start weg mitmachen wollen, dürften gut 150 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr Sonnenstrom zapfen und somit der Atmosphäre mehr als 70 Tonnen Kohlendioxid Emissionen ersparen. 

Bei Ampens Ortsvorsteher Ulrich Dellbrügger ploppt das Thema Solardorf gleich dreimal auf: Zum einen freut er sich mit seinen Ampern über den „aktiven Beitrag für Umwelt- und Klimaschutz“; die Nachbarn würden obendrein sinnvoll Geld investieren und den Wert ihrer Immobilien steigern. Zum zweiten hat er als Biolehrer am Convos bereits seinen Projektkurs darauf angesetzt, zusammen mit den Stadtwerken die Zahlen exakt auszuwerten und eine Klimabilanz zu erstellen. Und schließlich ist das Dach seines Wohnhauses ideal geschnitten, um sich selber auch ein paar Kollektoren draufpacken zu lassen.

Für die Haushalte, die zögern oder sich erst gegen Solar und inzwischen doch dafür entscheiden, ist der Zug nicht abgefahren. „Sie können jederzeit noch aufspringen“, sagt Kuhlmann.

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