Schlussstrich unter langwieriger Debatte

Ersatz-Lehrschwimmbecken wird für blinde Schüler hergerichtet

Für ihren Schwimmunterricht müssen die sehbehinderten und blinden Schüler demnächst bis zur Hansa-Realschule fahren. - Symbolbild: Rother

Soest - Das Lehrschwimmbecken in der Hansa-Realschule wird in den kommenden Wochen hergerichtet, damit nach den Ferien auch blinde und sehbehinderte Kinder gefahrlos das Bad benutzen können. Damit wird ein Schlussstrich unter die langwierige Debatte um den Schwimmunterricht an der Blindenschule gezogen.

Die Verantwortlichen dort hatten ein Dreivierteljahr vergeblich versucht, ihr eigenes Schwimmbad in der Blindenschule zu erhalten.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe – er ist Träger der von-Vincke-Schule – hat das Lehrschwimmbecken aus Kostengründen aufgegeben. Es langfristig zu erhalten, hätte womöglich Sanierungskosten von bis zu einer Million Euro nach sich gezogen. Selbst der energische Protest aus Soest und Angebote von Spendern, privates Geld für den Erhalt dazuzuschießen, konnten den Landschaftsverband nicht umstimmen.

Immerhin gibt er jetzt die 6000 Euro, damit sich im Lehrschwimmbecken der Realschule Blinde sicher bewegen können. Kontrastreiche und fühlbare Elemente vor dem Beckenrand sollen die Sehbehinderten warnen und leiten, damit sie nicht versehentlich ins Wasser stürzen und sich verletzen.

„Das sind schwarze Gumminoppen auf den hellen Fliesen, wie sie die Schüler auch von anderen Gefahrenstellen (etwa an Kreuzungen) her kennen“, sagt Schulleiter Andreas Liebald. Ohne diese Sicherheits-Ausrüstung hätte er die Verantwortung für den Schwimmunterricht an der „Hansa“ nicht übernommen.

Der Blindenschule stehen künftig zehn Unterrichtsstunden pro Woche für die Bad-Nutzung zur Verfügung. Bislang waren etwa 15 Stunden im Unterricht eingeplant. „Wir wollen versuchen, gerade den jüngeren Kindern vom ersten bis sechsten Schuljahr möglichst viel Schwimmunterricht zu bieten“, sagt Liebald. Für die Älteren müssten im Gegenzug ein paar Stunden gestrichen werden.

„Perspektivisch“ kann sich die Schule aber vorstellen, mit den Älteren vielleicht das Aquafun zu nutzen. Schon wegen der Geräuschkulisse scheidet der Schwimmunterricht für untere Klassen hier aus; die älteren Jugendlichen würden so die Chance bekommen, sich an öffentliche Schwimmbäder zu gewöhnen, die ja später für sie in aller Regel auch nicht reserviert sind.

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