Bein gerettet: 93-Jährigen vor Amputation bewahrt

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Patient Alfons Günther und sein Arzt Dr. Max Meyer-Marcotti freuen sich über die gelungene Operation. 

Soest. Es geht mir blendend“, sagt Alfons Günther und strahlt. Dank der Hilfe, die er im Klinikum Stadt Soest erfuhr, blieb ihm die Amputation erspart. Der 93-Jährige ist überglücklích. Er ist der älteste Patient des operierenden Arztes.  Noch braucht er etwas Geduld, doch der Senior ist zuversichtlich, bald wieder ganz gesund und mobil zu sein. Voraussichtlich am Mittwoch (9. Januar)  kehrt er heim zu seiner Familie. 

Mit einem sehr aufwendigen mikrochirurgischen Verfahren gelang es Dr. Max Meyer-Marcotty, Chefarzt der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Klinikum Stadt Soest, das Bein des Patienten zu retten. Der alte Herr ist ihm dankbar, denn er weiß: „Ich wäre sonst für immer im Rollstuhl gelandet. Das wollte ich nicht.“ Nun sei er auf einem guten Weg, schildert er. 

Alfons Günther hat die Operation bestens überstanden und freut sich, bald wieder die ersten Schritte setzen und sich so frei bewegen zu können, wie er es gewohnt ist. „Es geht um Lebensqualität“, hebt Max Meyer-Marcotty hervor. Der Ruheständler ist sein ältester Patient. 

In den Krankenhäusern spiegelt sich der gesellschaftliche Wandel: Die Bevölkerung wird älter, deshalb steigt auch auf den Stationen und in den Praxen die Zahl der Senioren und Hochbetagten. Alfons Günter hatte sich im vorigen Herbst bei einem Unfall den Unterschenkel gebrochen. Er kam zuhause in Paderborn als Notfall ins Krankenhaus und wurde dort mehrfach operiert. Doch eine Wundheilungsstörung verschlechterte seinen Zustand. 

Er fürchtete, sein Bein zu verlieren und nie wieder von alleine aufstehen zu können. Die Fragen, die sich letztlich stellten, lauteten: Besteht noch die Möglichkeit einer Rekonstruktion? Oder verliert der 93-Jährige sein Bein und bleibt seinem Schicksal überlassen? Siebenstündige Operation Der Rentner kam nach Soest. Die Entscheidung für die siebenstündige Operation fiel nach einer intensiven Diagnostik, ebenso nach umfassenden Gesprächen mit den Angehörigen. Die Technik, die Meyer-Marcotty anwendete, erfordert filigrane Feinarbeit mit kleinsten Instrumenten und unter Einsatz des Mikroskopes: Gewebe wird an einer Stelle vom Körper gelöst und wieder an den Blutkreislauf angeschlossen, um einen Defekt abzudecken. 

Alfons Günther startet voll Hoffnung ins neue Jahr. Zufrieden saß er gestern in seinem Zimmer, schaute aus dem Fenster, genoss den Blick in die Landschaft und ließ sich sein Mittagessen schmecken. Er ist sich sicher: Bald wird er wieder ganz der Alte sein. „Was jetzt noch kommt, das schaffe ich auch noch – ist doch ein Klacks.“

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