Ensembles der Musikschule präsentieren sich im Alten Schlachthof 

Bei PopUps zeigen junge Talente ihr Können

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Die Little Noise Band machte ihrem Namen bei den "PopUps" alle Ehre. 

Soest – Tiefer hätten sie sich auch vor ihrer Klavierlehrerin wohl kaum verbeugen können – die „Funky Friends“ haben nicht nur zwei Kompositionen von Louisa Kimmel im Repertoire, nach einem dieser beiden Stücke haben sie sich auch benannt.

Bei den „PopUps“, dem jährlichen Schaulaufen der u-musikalischen Ensembles der Musikschule im „Schlachthof“, dominierte am Freitag der Jazz. 

Bands, die Popsongs spielen, fehlten diesmal völlig – da gibt es höchstens Gruppen, die artfremd bei Ed Sheeran oder Leonard Cohen wildern, wie das Jugendblasorchester, das für eine solche Besetzung ungewöhnliche Stücke auswählte. 

Besonders ins Auge oder vielmehr ins Ohr fiel „Up2d8“. Würde man die Augen schließen, man glaubte kaum, das hier ausschließlich Musiker auf der Bühne stehen, die alle noch nicht wählen gehen dürfen. 

Die richtige Entscheidung bezüglich Musik und Genre haben sie in jedem Falle getroffen, auch wenn sie bei vielen Gleichaltrigen mit einem Satz wie „Wir spielen jetzt was von Roy Hargrove“ auf völliges Unverständnis stoßen dürften. 

"PopUps" im Alten Schlachthof

Richtig poppig wurde es aber dennoch – aber ausschließlich mit Eigenkompositionen. „Jeb x Jules“, bestehend aus Jonathan Bourdick und Julia Schwarz, kommen im Studio zu zweit mit ihren Synthesizern aus. Für ihren Auftritt live bei den PopUps brachten sie mit Laurenz Butzke am Bass und Xaver Vogel am Schlagzeug jedoch Verstärkung mit. War der Saal angesichts der Temperaturen eher schlecht und auch eher von Angehörigen besucht, wurde es hier auf einmal etwas voller vor der Bühne. 

Den rein synthetischen Sound muss man mögen, dazu, ihn überhaupt produzieren zu können, noch dazu live, gehört in jedem Fall eine große Kunstfertigkeit. Der aktivste Akteur des Abends war zugleich der älteste: Patrick Porsch organisierte permanent, sorgte für kurze Übergänge, baute sogar im Alleingang um, während im Vordergrund ein kleineres Ensemble spielte, dirigierte die eigene Burning Big Band, die noch einmal im Wesentlichen ihr Set der letzten VHS-Jazz-Nacht wiederholte, und leitete in Vertretung einer verhinderten Kollegen obendrein das Jugendblasorchester. Zum Abschluss noch einmal kein Jazz.

„Blockrudel“, ein Quartett rund um die Soester Sängerin Julia Finger, die hier unter dem Pseudonym „Mila“ agierte, verband Pop mit HipHop. Auch das muss man mögen, und beim Gedankenblitz-Schulhofkonzert vor zwei Jahren dürften sie auf ein passenderes Publikum getroffen sein als hier vor der Generation ihrer Eltern und Großeltern. Obendrein traten die vier erst zu vorgerückter Stunde auf, im Block gerudelt wurde erst ab 23 Uhr.

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