Ehrenamtliches Engagement

Hospizdienst begleitet das Leben

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Sie engagieren sich ehrenamtlich für den Kinder- und Jugendhospizdienst (von links): Cornelia Hermann-Pendzich, Detlev Stute, Klara Rissler, Christian Steinhaus, Nicole Warnke, Anne Schwolle und Petra Blümel. Die grünen Bänder weisen auf den Tag der Kinderhospizarbeit hin.

Soest - Familien mit einem Kind in ihrer Mitte, dessen Lebenszeit durch eine unheilbare Krankheit eng begrenzt ist, gehen einen oft schweren Weg. „Wir möchten sie begleiten“, sagt Carla Bieling, die Koordinatorin des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes im Kreis Soest.

In der Geschäftsstelle am Markt ist der Frühstückstisch gedeckt. Ehrenamtliche sitzen zusammen und plaudern bei Kaffee und Brötchen. Sie erzählen über ihren Alltag, die Arbeit, der sie nachgehen und vieles mehr. Diese geselligen Runden haben ihren festen Platz im Programm. Denn es sei wichtig, an einem stabilen, tragfähigen Netz zu knüpfen – sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Familien, die auf dieser Ebene miteinander in Kontakt kommen, betont die Koordinatorin.

Elf Familien nutzen derzeit das Angebot: Die Ehrenamtlichen gehen zu ihnen, widmen sich dem kranken Kind oder auch dem Bruder, der Schwester. Eltern, die viel Energie aufbringen, um jeden Tag rund um die Uhr zuhause ihr Kind zu umsorgen und dabei oft an ihre Grenzen kommen, freuen sich über die spürbare Entlastung. Sie genießen die kurze Auszeit, ihre Kinder geben sie in gute Hände. Die Ehrenamtlichen versehen ihren Dienst, um, wie sie schildern, das Leben zu erfüllen.

Sie stellen ihre Zeit zur Verfügung, geben Zuwendung und schaffen Freiräume. Kompetent und liebevoll stehen sie Eltern und Kindern in der vertrauten Umgebung zur Seite. Sie erfüllen Wünsche, gehen auf Bedürfnisse ein, haben ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte. Der bundesweite Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar rückt die wertvolle Unterstützung in den Blick. Oft sind es schon kleine Gesten, die den Eltern zwischendurch gut tun: einfach mal in eine kleine Pause einlegen. Auch die Geschwister freuen sich, weil sie wissen, da kommt jemand ins Haus, der nur für sie allein da ist, denn jetzt sind sie mal an der Reihe.

Klara Rissler bereitet sich derzeit in einem Befähigungskursus auf ihr Ehrenamt vor. Sie wolle Beistand gewähren, und zwar dort, wo Hilfe gebraucht wird. Ihre Kindern geht es gut und haben inzwischen eigene Wege eingeschlagen – ein guter Grund für sie, ein neues, sinnvolles Betätigungsfeld zu erschließen und für andere da zu sein.

„Wir begleiten die Familien beim Leben“, unterstreicht Detlev Stute, der die Ausbildung ebenfalls absolviert. Petra Blümel erinnert sich noch gut an ihren ersten Einsatz und an die tiefe Dankbarkeit, die sie empfand, als sie wieder nach Hause fuhr: „Ich war glücklich, dass meine Kinder und Enkel gesund sind.“ Die Mitarbeit beim Kinder- und Jugendhospizdienst betrachtet sie als große Bereicherung. Sie sehe in strahlende Augen und wisse, dass sie genau an der richtigen Stelle sei, hebt sie hervor.

Nicole Warnke darf sich sicher sein, auf ihren Hund Paul – Therapeut auf vier Pfoten – ist Verlass. Er hat schon viele Kinder-Herzen im Sturm erobert. Nicole Warnke möchte sich – nach Abschluss ihrer Qualifizierung – für den Kinder- und Jugendhospizdienst engagieren und im Team mit Paul ein Lächeln in Kindergesichter zaubern. Darauf freut sie sich schon. Was die Mitarbeiter von den Eltern und den Kindern lernen, die sie regelmäßig besuchen? Die Antwort fällt eindeutig aus: Jeden schönen Moment als kostbar schätzen und die vielen kleinen fröhlichen Augenblicke bewusst wahrnehmen.

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