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Energie aus dem eigenen Haus: Blockheizkraftwerk kann eine Alternative sein

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Von: Achim Kienbaum

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Es ist ein äußerst kompakt gebautes Kraftpaket, das da im Keller des Aquafun Energie für Strom und Wärme produziert. Techniker Dennis Hoffmann muss hier nur sehr selten hineinschauen, die Anlage wird von den Stadtwerken betrieben.
Es ist ein äußerst kompakt gebautes Kraftpaket, das da im Keller des Aquafun Energie für Strom und Wärme produziert. Techniker Dennis Hoffmann muss hier nur sehr selten hineinschauen, die Anlage wird von den Stadtwerken betrieben. © Karin Hillebrand

Energie ist teuer. Und wird immer teurer. Da ist es nicht nur aus ökologischen Gründen sinnvoll, möglichst wenig von ihr zu verbrauchen. Eine Möglichkeit, genau das zu erreichen, ist die Nutzung eines Blockheizkraftwerkes. 

Soest - Davon gibt es bereits einige in Soest. Aber längst nicht immer lohnt sich die Investition in eine solche Anlage.

Harald Feine, Sprecher der Soester Stadtwerke, weiß von rund 50 Blockheizkraftwerken im Soester Stadtgebiet, bei rund einem Dutzend ist der kommunale Energieversorger direkt involviert, bei allen anderen indirekt über den Strom, der aus den Anlagen ins Netz eingespeist wird.

Energie aus Blockheizkraftwerk: Beratung seit zehn Jahren

„Wir bieten Beratung und Installation von Blockheizkraftwerken seit rund zehn Jahren an“, erklärt Feine – genügend Zeit also, um bereits einige Erfahrungen damit gesammelt zu haben.

Zu diesen Erfahrungen gehört natürlich auch, für wen ein eigenes Blockheizkraftwerk überhaupt eine sinnvolle Alternative zu anderen Möglichkeiten der Energieversorgung sein kann – schließlich benötigen auch diese Anlagen einen Energieträger, der bezahlt werden muss. „Entscheidend dafür, ob sich ein Blockheizkraftwerk rechnet, ist der Wirkungsgrad – also wie viel genau von der eingesetzten Energie genutzt wird“.

Konkret bedeutet das: Erst wenn die mit Erdgas betriebenen Motoren des kleinen Powerhauses nicht nur Strom erzeugen, sondern auch die gewonnene Wärme genutzt werden kann – und zwar möglichst kontinuierlich rund um die Uhr – zahlt sich die Investition aus. „In der Regel ist das für größere Verbraucher wie Unternehmen oder Wohnanlagen interessant“, rechnet Feine vor.

Er nennt zwei Beispiele, wo die Soester Stadtwerke solche Anlagen gebaut haben und betreiben: das Aquafun und das Klinikum Stadt Soest. Beide haben einen enormen Energiebedarf, es gibt aber durchaus Unterschiede in der Verbrauchsstruktur. So ist der Verbrauch an Strom und Wärme im Klinikum relativ gleichmäßig groß, im Aquafun dagegen im Winter deutlich größer als im Sommer, alleine schon, weil dann deutlich mehr geheizt werden muss.

In der Regel ist das für größere Verbraucher wie Unternehmen oder Wohnanlagen interessant.

Harald Feine, Stadtwerke Soest

Da sich die Grundlast des Blockheizkraftwerkes mit rund 470 Kilowatt (kW) Wärme und 350 kW Strom aber nach dem geringeren Verbrauch in den warmen Monaten des Jahres richtet – sonst müsste die Anlage in dieser Zeit heruntergefahren werden, was wirtschaftlich nicht sinnvoll ist – muss im Winter zusätzliche Energie eingekauft werden.

Wird die Technik intelligent eingesetzt, liegt der Wirkungsgrad, so Harald Feine, eines Blockheizkraftwerks idealerweise zwischen 80 und 90 Prozent (50 bis 60 bei Wärmegewinnung, 30 bis 40 bei der Stromerzeugung).

So unterschiedlich, wie die individuellen Anforderungen von potenziellen Interessenten für ein Blockheizkraftwerk sind, so unterschiedlich leistungsfähig sind auch die Anlagen im Soester Stadtgebiet:

Sie reichen von ganz klein (2,5 kW Wärme, 1 kW Strom) bis relativ groß (250 bis 300 kW Wärme und 200 kW Strom).

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