Eltern räumen erst mal Müll weg, bevor auf Soester Spielplatz der Spaß beginnt

+
Saugefährlich: Auch dieser aufgebrochene Stromkasten steht im Bergenthalpark.

Soest – Unsere kleine Reihe über Dreckecken auf Spielplätzen sowie in Parks und Grünanlagen der Stadt nimmt gerade richtig Fahrt auf. Immer mehr Leser melden sich und berichten von Müll, Unrat und vor allem Hundekot auf den Wegen, die sie gern und regelmäßig benutzen.

Die Aktion „Stark, sauber – Soest“, bei der erst vor wenigen Wochen ganze Heerscharen an freiwilligen Helfern kreuz und quer durch Stadt und Feldflur gezogen sind und konsequent Müll gesammelt haben, scheint Lichtjahre her zu sein. Denn nach der Klar-Schiff-Aktion im März und April sieht es in manchen Ecken des Stadtbildes so aus, als habe es das große Aufräumen und Säubern nie gegeben. 

Familie K. aus Soest, die ihren Namen in der Zeitung nicht vollständig lesen möchte, schildert eine treffende Episode, wie sie kürzlich zum Kindergeburtstag eine Schatzsuche im Bergenthalpark angehen musste – jenem von Natur aus wunderschönen Fleckchen Grün mit großen alten Bäumen an der Nöttenstraße in der Altstadt. 

Mehr Artikel zu "Dreckecken" in der Stadt gibt es hier

Weil sie den Park und die Hinterlassenschaften dort kennt, ist die Familie eine Stunde vor der Schatzsuche losgezogen, um die schlimmsten Verunreinigungen im Bergenthalpark zu beseitigen. Das Ergebnis der ebenso privaten wie ehrenamtlichen Aktion: ein voller Müllsack samt zwei Spritzen (wahrscheinlich von Drogenabhängigen), ein Fläschchen Beruhigungsmittel, Bänder zum Abbinden des Arms, eine große Tüte mit Pfandflaschen, zerschlagene Glasflaschen auf zwei Bänken, unzählige Kippen und Scherben rundum. 

Aber nicht nur hier im Bergenthalpark trifft es die Familie regelmäßig usselig an. Auf den Wällen könne man seine Kinder kaum links und rechts des Weges laufen lassen, berichtet sie. Denn hier reihe sich Hundehaufen an Hundehaufen. Vor allem diese tierischen Hinterlassenschaften regen viele Mütter und Väter mächtig auf. „Das ist eine riesige Sauerei!“, beklagt der Vater zweier kleiner Kinder. Der Kot beschmiere die Schuhe und setze sich in den Rillen fest. Ihn halbwegs zu beseitigen, damit er nicht noch ins Haus geschleppt wird, sei ebenso mühselig wie ekelig. Der Mann berichtet: „Wir achten mittlerweile schon beim Kauf neuer Kinderschuhe darauf, nur ja glatte Sohlen zu bekommen.“ 

Geradezu grotesk – das haben unsere Beispiele in den vergangenen Tagen von zwei Spielplätzen in der Altstadt und im Soester Süden gezeigt – wird es, wenn Hundehalter ihre Tiere für die Gassirunde eigens auf die Spielplätze führen. Der vollgekleckerte Sandkasten auf dem Spielplatz vor der Paulikirche zeugt mittlerweile von Kapitulation: Die Stadt investiert nicht mehr in diesen Spielplatz, hat ihn aber im Gegenzug auch noch nicht komplett aufgegeben. Die Realität stellt sich deshalb so dar: Für Hunde ab 0 Jahren frei, für Zweibeiner eher ungeeignet; Eltern haften für ihre Kinder.

Wenn auch Sie Orte in unserer Stadt kennen, die ungepflegt sind oder besonders nachts ein Angstraum sind, schreiben Sie uns ihre Beispiele an stadtredaktion@soester-anzeiger.de. Wir sehen uns die Sache an und reden mit den Verantwortlichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare