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Eisheilige 2021 sind vorbei: Diese Pflanzen können jetzt in den Garten

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Von: Klaus Fischer

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Die Eisheiligen 2021 haben wir ohne Frost geschafft. Welche Pflanzen können jetzt in den Garten? Experte Klaus Fischer sagt, welche Gefahren im Mai noch lauern.

Soest - Seit Samstag können wir uns endgültig vom Winter verabschieden, denn der 15. Mai war der letzte Tag der fünf „Eisheiligen, es ist der Namenstag der Sophia oder hier auch „kalte Sophie“ genannt. Zum einen schauen wir noch einmal zurück auf den Winter, zum anderen kommen jetzt alle die empfindlichen Schönheiten und Nutzpflanzen im Garten raus, die bislang wegen der Bodenfrostgefahr noch im Haus ausharren mussten. Experte Klaus Fischer gibt Tipps, was jetzt zu tun ist. (Alle Garten-Tipps von Klaus Fischer)

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LandkreisSoest
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Leider hat sich in der Rückschau auf den Winter gezeigt, dass es noch mehr Frostschäden im Garten gegeben hat, als bisher entdeckt. Denn wenn Gewächse, von denen wir noch gehofft haben, dass sie sich wieder erholen, bis jetzt noch keinen Neuaustrieb gebildet haben, dann ist mit ziemlicher Sicherheit von einem Totalschaden auszugehen.

Eisheilige vorbei: Gartentipps von Klaus Fischer - Feigen haben Frost nicht überlebt

Bei mir sind alle sieben Weinreben erfroren, zum Glück gibt es aber bei vier ganz unten einen Neuaustrieb, wo der Schnee hoch genug lag. Bis die Weinlaube aber wieder alte Pracht erreicht, werden vermutlich drei bis vier Jahre vergehen. Auch die „winterharten“ Feigen sind tot, ebenso einige Zierbüsche und ein Teil der Hecke. Hier muss ich also in nächster Zeit für Ersatz im Garten sorgen.

Wenn noch nicht geschehen, können jetzt die Kübelpflanzen aus dem Winterlager geholt werden. Aber auch hier hat es einige böse Überraschungen gegeben. Trotz des elektrischen Frostwächters im Winterlager sind alle Engelstrompeten (Brugmansia, früher auch Datura genannt) erfroren, ebenso die Kap-Bleiwurz.

Eisheilige: Gartentipps von Klaus Fischer - Olive hat gelitten

Der Agapanthus (afrikanische Schmucklilie) sieht beklagenswert aus, zeigt aber einige frische Blätter, das gibt Hoffnung. Selbst die kernige Olive, die einige Minusgrade verträgt und schon seit drei Wochen draußen im Garten steht, hat gelitten. Alle feinen Verzweigungen sind an den Enden erfroren. Sie bildet aber derzeit jede Menge neue Triebe.

Vom Gärtnermeister meines Vertrauens hole ich die Zitrusbäumchen ab, die dort über Winter viel besser aufgehoben sind als in meinem Winterlager. Sie danken es seit Jahren mit reicher Ernte. Sie benötigen einen kühlen, frostfreien und hellen Standort.

Eisheilige: Gartentipps von Klaus Fischer - Fuchsien aus dem dunklen Keller

Auch Fuchsienhochstämmchen, die man hingegen problemlos im dunklen Keller überwintern kann, kommen jetzt raus, ebenso Wandelröschen (Lantana), Bougainvillea, Flaschenputzer (Callistemon), Hibiskus, Lorbeer und andere südliche Kübelgewächse. Aber Achtung, alle Wintergäste müssen erst wieder ans Außenleben gewöhnt werden, wir stellen sie für einige Tage an geschützter Stelle auf, wobei sich „geschützt“ vor allem auf zu intensive Sonnenbestrahlung bezieht. Wichtig bei allen Pflanzen: Sie müssen sich langsam an die neue Umgebung gewöhnen, berichtet auch 24garten.de*.

Gartenserie Klaus Fischer Eisheilige
Die Weinreben sind erfroren. Unten aber, wo der Schnee den Weinstock geschützt hat, treibt er wieder kräftig aus. Bis die Weinlaube wieder in alter Pracht entsteht, werden zwei bis drei Jahre vergehen. © Niklas Fischer

Auch unsere Nutzpflanzen, die wir auf der Fensterbank vorgezogen und inzwischen abgehärtet haben (oder in der Gärtnerei gekauft), kommen jetzt an ihren endgültigen Platz. Das sind Tomaten, Paprika, Gurken, Kürbisse, Zucchini, Melonen, Auberginen und weitere Wärmeliebhaber. Es gilt aber einiges zu beachten. Zunächst einmal sind alle diese Gewächse Starkzehrer und benötigen viel „Futter“ im Boden. Eine ordentliche Portion Kompost ist hier angeraten. Außerdem sollte der Grund gut durchgearbeitet und gelockert sein.

Eisheilige: Gartentipps von Klaus Fischer - Tomaten mögen keinen Regen

Tomaten brauchen einen vor Regen geschützten Platz wegen der Braunfäulegefahr. Braunfäule ist ein Pilz, der auch Kartoffeln befällt, durch Regen übertragen wird und schnell zum Totalschaden führen kann. Besonders gut stehen Tomaten vor einer Südwand unter einem Abdach oder in einem Tomatenhaus aus Folie.

Zucchini brauchen sehr viel Platz, eineinhalb bis zwei Quadratmeter muss man pro Pflanze rechnen, Mindestabstand zueinander ist ein Meter. Ein bis zwei Pflanzen reichen völlig zur Versorgung selbst einer großen Familie aus. Wegen des Befalls mit echtem Mehltau, unter dem Zucchini besonders leiden, sollten wir jetzt die nächsten zwei Zucchinipflanzen auf der Fensterbank aussäen und in vier Wochen noch mal zwei. Sobald der Mehltau die ersten Zucchini großflächig befallen hat, ersetzen wir sie durch die nachwachsende Generation und verlängern somit unsere Ernte.

Eisheilige vorbei: Gartentipps von Klaus Fischer - das brauchen Kürbisse

Kürbisse haben noch höheren Anspruch an Platz und Nährstoffversorgung. Gerne werden sie auf den Komposthaufen gepflanzt oder am Rande des Gartens in Kompost, wo sie an Mauern oder Hecken entlang und hoch ranken können. Das gilt auch für die etwas kleinwüchsigeren Melonen, die allerdings dankbar sind für jeden Sonnenstrahl, den sie erhaschen können. Sie wollen also ganztägig volle Sonne. Alle diese Gewächse brauchen nicht nur viele Nährstoffe, sondern sind auch ziemliche „Säufer“. Bei längere Trockenphasen müssen sie täglich intensiv gegossen werden – auch im Freiland. Sie werden es uns mit reicher Ernte danken. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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