Eintrag am Traumstrand? Betrug mit Branchenbüchern

SOEST - Kennen Sie Road Town Tortola? Nein? Zumindest Soester Geschäftsleute sollten das hübsche Eiland in der Karibik kennen, wenn sie sich auf einen windigen Eintrag in das "Branchenbuch Deutschland 2013" einlassen.

Derzeit tickern die Angebote dafür über die Faxgeräte zu den Firmen; auch der Soester Anzeiger hat die Offerte erhalten. Allerdings hat er nicht die 980 Euro gezahlt, die da im Kleingedruckten für den nutzlosen Eintrag verlangt werden.

Ein Fall für die Kripo? "Nicht unbedingt", sagt Polizeisprecher Frank Meiske. Denn im Zweifel werde es immer schwierig, den "Betrügern" das Handwerk zu legen. "Wir müssten ihnen eine Täuschungsabsicht nachweisen, doch genau genommen können die Opfer ja nachlesen, auf was sie sich einlassen." Solche Verfahren, wenn denn jemand mal Anzeige erstattet, werden "meistens eingestellt", sagt der Polizeibeamte - erst recht, wenn die Drahtzieher wie im aktuellen Fall eine Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln gegründet haben.

"Doch Vorsicht ist geboten", sagt die Kripo. Wer sich blenden lässt und nur den Einstieg liest, könnte glauben, für eine "einmalige Bearbeitungsgeühr von 19 Euro" sei alles bezahlt. Doch die komme noch ontop auf die jährlichen 980 Euro aus dem Kleingedruckten.

Mehr Arbeit bereitet der Polizei die nicht abreißende Serie der Schockanrufe. Geprellte sind meist russische Mitbürger, die in ihrer Muttersprache angerufen werden. Am Telefon wird ihnen die Story vom verunglückten Kind oder Enkel aufgetischt. Um zu helfen, benötige man mal eben eine Stange Bargeld, lügen die Anrufer. Vier solcher Anrufe waren erst vor wenigen Tagen im benachbarten Ense aufgelaufen. In einem Fall drückte tatsächlich eine besorgte Familie einem unbekannten Geldabholer 2000 Euro bar in die Hand. - hs

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