Friederike fordert mehr Einsatz als Kyrill

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Friederike sorgte im Kreis Soest für mehr Feuerwehr-Einsätze als Kyrill vor elf Jahren.

Kreis Soest - Der Kreis Soest hatte mit Friederike immer noch Glück im Unglück. Diesem Glück wurde mit viel Einsatz nachgeholfen. Bei Kyrill war die Feuerwehr vor elf Jahren im Stadtgebiet zu 120 Einsätzen ausgerückt, an zwei Tagen. Am Freitag meldete der Soester Feuerwehr-Chef Jürgen Wirth für den stürmischen Donnerstag zwischen 10.30 und 23.30 Uhr 134 Einsätze.

„Tatsächlich werden es sicher ein Drittel mehr gewesen sein. Die Kollegen haben auf dem Weg vom Einsatz hier und da auch ohne Auftrag Wege frei geräumt.“ 

Nicht anders sah das im gesamten Kreisgebiet aus. „Jeder hat sein Bestes gegeben. 1600 freiwillige Helfer haben unter höchstem Stress gearbeitet, haben teilweise ihre Gesundheit oder gar ihr Leben riskiert, um eingeschlossenen Menschen zu helfen“, sagte Kreisbrandmeister Thomas Wienecke Freitagmittag im Rückblick auf die 933 Einsätze, die bis dahin im Kreis Soest wegen Sturmtief Friederike gelaufen waren. „Unser großer Dank gilt allen Beteiligten, auch den Arbeitgebern, die unsere Leute gehen lassen.“ 

Gut funktionierendes System

Für Wienecke ist wichtig festzuhalten, dass „unser System hier in Deutschland gut funktioniert. Die Berufsfeuerwehr, die Ehrenamtlichen, die technischen Hilfsdienste – alles greift gut ineinander. Da sind so viele Menschen, die bereit sind, anderen zu helfen.“ 

Sturm " Friederike" wütet im Kreis Soest

Und das, obwohl Friederike in vielen Fällen auch bei den Helfern zu Hause alles durcheinanderwirbelte. Eine Frage der Prioritäten In der Leitstelle des Kreises in Soest gingen tausende von Notrufen ein, die nach Priorität abgearbeitet wurden. 

Jürgen Wirth von der Soester Feuerwehr erklärte, was damit gemeint ist: „Gefahr für Leib und Leben und drohende Gefahr stehen auf unserer Prioritätenliste ganz oben. Alles andere wird nachgeordnet bearbeitet.“ So wurde eine Fichte, die in einen Garten gefallen ist, zunächst einmal liegen gelassen, wenn an anderer Stelle Personen in einem Pkw eingeklemmt waren. Und natürlich werden unpassierbare Straßen ganz einfach gesperrt, wenn an anderer Stelle gefährliche Situationen entschärft werden müssen. 

Nach und nach wurden am Donnerstag immer mehr Freiwillige alarmiert. Schließlich hieß es im Stadtgebiet Soest für alle Freiwilligen „Wehralarm“. „Das kommt alle zwei Jahre mal vor, dass so viele Helfer zusammen gerufen werden.“ Nachdem am Abend allmählich Ruhe einkehrte, konnte die Führung der ein oder anderen Gruppe Entwarnung geben. Teilweise blieben die Wehren aber in ihren Gerätehäusern und auch diejenigen, die nach Hause geschickt worden waren, blieben in Alarmbereitschaft. 

Bei all den Einsätzen wurde hier und dort deutlich, dass das Digitale Funknetz überfordert war. „Wir haben uns dann mit unseren Mobilfunkgeräten weitergeholfen“, erklärte Jürgen Wirth. Alles in allem aber galt: „Gut gelaufen.“ 

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