Eine Einladung an Soester Bürger:

Duo bietet Klima-Plattform für alle

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Zwei Menschen, eine Idee: Vera Neubauer und Andreas Scheffer haben ein neues Angebot online gestellt, dass über Klima-Aktivitäten informiert und zum Diskutieren einlädt.

Soest - Was ist wo los in Sachen Klima? Was können Bürger gemeinsam auf den Weg bringen, um schnell klimafreundlicher zu werden? Antworten auf diese beiden Fragen will eine neue Internetseite geben.

Erst tiefe Betroffenheit, dann so etwas wie eine „Angststarre“, schließlich der Wunsch, etwas ganz Konkretes zu tun. Sofort. In Soest. Die Antworten auf die Frage, warum sie eine Internetseite zum Soester Klimanotstand betreiben wollen, fällt bei Vera Neubauer und Andreas Scheffer fast identisch aus. Beide ließ die Sorge um eine drohende Klimakatastrophe nach dem Besuch eines Vortrags von Dr. Udo Engelhardt keine Ruhe mehr.

Weil immer wieder die Frage aufkam, wer denn nun wo welche Maßnahme macht, welche Treffen und Sitzungen wann und wo stattfinden und wie eine mögliche Vernetzung aussehen könne, zögerten beide nicht lange: Sowohl Vera Neubauer als auch Andreas Scheffer programmierten eine Seite. Zunächst getrennt: Er zwei Tage vor ihr, er mit der Endung „de“, sie mit „info“. Weil die Inhalte und der Name "www.klimanotstand-soest" (bis aufs Ende) ziemlich gleich aussahen, lernten sich die beiden kennen – und fusionierten kurzerhand. Etwas später kam mit Michael Osterhaus noch ein dritter engagierter Bürger hinzu, so dass die Seite www-klimanotstand-soest.info nun von drei Soestern betreut wird.

„Wir haben das Angebot so genannt, weil wir fest mit der Ausrufung des Notstandes gerechnet hatten“, sagt Vera Neubauer. Ob es auch so heißen würde, wenn schon früher klar gewesen wäre, dass der Rat beim Begriff blockiert? „Vielleicht nicht“, sagt Neubauer, denn es komme nicht so sehr auf den Begriff an, vielmehr auf die gemeinsame Arbeit. „Ganz bestimmt“, widerspricht Scheffer, denn es handele sich ja tatsächlich um eine drohende Katastrophe, unabhängig von der Einschätzung des Rats.

Ansonsten sind sich die beiden einig: Überparteilich wolle man agieren, ohne einer Gruppe anzugehören und ohne selbst Partei zu ergreifen. „Wir bieten nur die Plattform, die Inhalte sollen die Bürger und Gruppen liefern“, sagt Andreas Scheffer. Vera Neubauer ist es wichtig, womöglich bestehende Gräben zuzuschütten. „Es geht nicht darum, dass wir Klimaschützer hier den Bürgern dort etwas wegnehmen wollen. Beim Klima gibt es nur ein ,Wir alle’. Ich wünsche mir eine gemeinsame Bewegung für alle Bürger.“

Zwei Kernpunkte zeichnen das neue Angebot aus: Eine Beteiligungsplattform, auf der jeder Ideen einbringen kann, die anschließend von jedem anderen kommentiert werden können. Und ein Menüpunkt für Informationen, so dass jeder sich schnell über Termine, Aktionen und Möglichkeiten zum Mitmachen informieren kann.

„Wir wollen die Chance eröffnen, auf der lokalen Ebene etwas zu tun“, sagt Vera Neubauer. Wenn man über seine eigene Stadt spreche, komme womöglich ein Gewahrwerden der persönlichen Betroffenheit zustande. „Und die Frage, was kann ich denn ganz konkret tun“, so Neubauer.

Dass einzelne Fragen ganz konkret behandelt werden, sieht Andreas Scheffer als großen Vorteil. „Wir machen nicht den großen Abwasch, sondern stellen uns den kleinen Fragen. Und wenn tatsächlich eine unserer Ideen – so wie die Solaranlagen in der Innenstadt – aufgegriffen wird, dann haben Politiker am Ende auch ganz konkret über eine einzelne Sache zu befinden.“ 

„Gemeinsam positive Visionen entwickeln“, so wollen Neubauer und Scheffer der verbreiteten Klimaangst begegnen. Und möglichst schnell möglichst viel CO2 einsparen.

Noch herrscht kaum Betrieb auf der neuen Seite. Die ersten Vorschläge regen gleichwohl zur Diskussion an. Soll die Stadt ihre Beteiligungen an Gas- und Kohlekraftwerken aufgeben und stattdessen regionale Anbieter erneuerbarer Energien fördern? Sollte es einen autofreien Sonntag geben? Was spricht für, was gegen den Ausbau des ÖPNV?

Internet 

Die neue Seite ist unter www.klimanotstand-soest.info zu erreichen.

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